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Dienstag, 17.09.2019

Online-Demo und lahme Server

Vor über acht Jahren rief Libertad! zusammen mit kein mensch ist illegal im Rahmen der deportation.class-Kampagne gegen das Abschiebegeschäft der Lufthansa dazu auf, den Server dieses Konzerns lahmzulegen. Wir erreichten damit ein riesiges, weltweites Medienecho und eine breite Öffentlichkeit. So war schon vor dem virtuellen Sit-In am 20. Juni 2001 das Image der Lufthansa stark verschmutzt worden. Schließlich beteiligten sich über 10.000 Aktivist/innen an der Online-Blockade. Und tatsächlich war der Server für wenige Minuten nicht erreichbar. Flüge waren während der auf zwei Stunden angesetzten Demonstration nicht zu buchen.

Inzwischen haben die Online-Demonstrat/innen nicht mehr Modem und ISDN, sondern mit DSL deutlich mehr Bandbreite. Auf der anderen Seite können sich heute auch Unternehmen einfacher mehr Kapazitäten zulegen. Ob eine erneute Online-Demo, beispielsweise gegen die Deutsche Bahn während eines Castortransports, ebenfalls ein technischer Erfolg werden würde, bleibt solange eine offene Frage, bis Aktivist/innen die Idee aufgreifen und es praktisch ausprobieren.

Dass es möglich wäre, mit einer Massenaktion Server lahmzulegen, zeigt sich immer wieder. Zuletzt am 25. Juni 2009. Google hatte die Flut der Anfragen nach dem Tod von Michael Jackson zunächst als gezielten Anschlag bewertet und den Suchbetrieb vorübergehend eingestellt. Zwölf Tage später, während Jacksons Beerdigungsfeier, zwangen 200.000 Facebook-User die extra stark ausgestattete Online-Plattform in die Knie. Die Live-Übertragung per Internet-Stream führte an den Rechnern vieler Trauergäste zu Tonausfällen und schwarzen Bildschirmen.

Wer mehr über Online-Aktivismus und die Auswirkungen der virtuellen Demo gegen Lufthansa erfahren will, dem sei das Handbuch "go.to/online-demo" von Libertad! empfohlen. Dies gibt es online und offline als gebundenes Buch.


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