Linke Zeitung
Euro-Erpressung bringt Wahlsieg der Rechten
Aber sie kann durch Massenaktionen der Arbeiterklasse gestürzt werden
Gerade einmal 2,77% Vorsprung brachten die
Erpressungsmanöver der griechischen Medien, der herrschenden Klasse und
der FührerInnen der Europäischen Union der „Nea Dimokratia (ND = Neue
Demokratie) von Samaras. Immerhin sicherten sie ihm aber so die
Initiative zur Fortsetzung der Koalition, um die Lebensgrundlagen seines
eigenen Volkes weiter zu zerstören.
Ohne die 50 Extrasitze, die das undemokratische Wahlrecht als Bonus
für die stärkste Partei vorsieht, hätten die 29,66% der ND nur für 79
Sitze gereicht - nur 8 mehr, als Syriza mit ihren 26,89% erringen
konnte. Zusammen mit PASOKs 33 Sitzen (12,28%) und möglicherweise DIMAR
(6,3%) und kleineren bürgerlichen rechten Parteien, wird Samaras´
Problem jedoch nicht bei der parlamentarischen Rechnerei liegen, sondern
beim Widerstand gegen sein Programm.
Das Potential dieses Widerstandes drückt sich im erneuten massiven
Zuwachs der Stimmen für Syriza aus, deren Anteil innerhalb von nur sechs
Wochen seit der letzten Wahl von 16,8 auf 26,89% anstieg. Die 1,65
Millionen WählerInnen, die Syrizas Versprechen, den Widerstand gegen
Privatisierungen, Arbeitslosigkeit und Sozialkürzungen fortzusetzen,
unterstützten, müssen jetzt zur Basis einer Kampagne für einen
unbegrenzten Generalstreik werden, der von Aktionsräten organisiert
wird, um die Austeritäts-Regierung zu Fall zu bringen.
Die Griechische Kommunistische Partei (KKE) hingegen verlor fast die
Hälfe ihrer Stimmen. Sie sackte von 8,8% im Mai auf 4,5 ab, was einem
Verlust von 259.000 WählerInnen entspricht. Das war die Strafe für ihre
Kombination von Sektierertum und Opportunismus. Sektiererisch war die
KKE bei ihrer wiederholten Ablehnung einer Einheitsfront mit Syriza und
der Zurückweisung jeder Unterstützung für eine Regierung, die mit dem
EU/IWF-Memorandum brechen wollte. Opportunistisch war ihre Politik, weil
sie den Rechten weiter ermöglichte, ihr Kürzungsprogramm fortzusetzen,
während die KKE ihre Nischenexistenz behielt und passiv auf „die
Revolution wartete.
Europa leidet an Brüsselose: in der Schlinge der Illegitimität erstickt die Demokratie
Dass die Demokratie über einen langen Weg errungen wird und die Machthaber - an der Spitze der Kapitalismus, der gleichzeitig mit ihr aufgetaucht ist und deren subversive und revolutionäre Potentialitäten mit aller Kraft zu entschärfen versucht hat - sich nicht mit ihr abgefunden haben, ist nichts Neues.
Von der brutalsten Unterdrückung bis zu den verfänglichsten institutionellen Filtern über alle erdenklichen Lobbys, offizielle und inoffizielle Kreise ist alles zu Hilfe genommen worden, um sie zur leeren Schale zu machen, damit minderheitlichen Machthabern das ungeheuerliche Privileg erhalten bleibt, die - mehrheitlichen - Arbeitenden auszubeuten. Hier und jetzt heißen diese Machthaber Europäische Union, Lissabonner Vertrag, Europäische Kommission, Europäische Zentralbank, IWF, Stabilitätsvertrag „Euro Plus (???) und sonstige „goldene Regeln.
Nun ist es besonders erstaunlich, aber auch hinsichtlich der demokratischen Entwicklung unserer Gesellschaften besonders beunruhigend, welche Reaktionen in den Medien am meisten hochgespielt wurden vor der ebenso skandalösen als auch ungehörigen Einmischung einiger europäischer Bevollmächtigter des Finanzkapitals in die von der neu gewählten französischen Regierung auf politischer und wirtschaftlicher Ebene erwünschten Zielsetzungen, mit Hinblick auf die kommenden Parlamentswahlen nach der Niederlage der Rechte bei den jüngsten Präsidentschaftswahlen.
Herr Barroso waltet seit 2004 als Vorsitzender der Europakommission. Ein Amt, das ihm damals zu Teil wurde, als er aus dem Amt als rechter portugiesischer Premier und Verfechter der Sparpolitik, dem eine schwere Wahlniederlage bevorstand (die sein Lager 2005 auch tatsächlich erfuhr) unrühmlich ausschied. Nun erdreistet sich diese nicht gewählte Person ohne jede politische Legitimität, der jüngst gewählten neuen französischen Regierung in bedrohlichem Ton ihre Zielsetzungen für den Haushalt zu diktieren - und nicht nur hat die Menge unserer Schreiberlinge, die ebenso allgegenwärtig auf den Radio- und Fernsehwellen und den Titelseiten der Zeitungen als auch allwissend in Fragen der Haushaltführung sind, nichts dagegen, sondern sie wiederholt knechtisch die Ukase des Brüsseler Aeropags, mit gehobenem Finger gegen die neue Exekutive: unter dem Vorwand der Reduzierung der Defizite müssen die Austerität und der Abbau der Arbeitsrechte fortgeführt und ein Fiskalpakt fügig umgesetzt werden - wobei der Ex-Kandidat und nunmehrige Präsident Hollande während seiner Wahlkampagne versprochen hatte, dass er ihn neu verhandeln würde.Und kaum wagt sich jemand, sich zumindest nach der Legitimität solcher Einmischungen und der Glaubwürdigkeit ihrer Träger zu erkundigen.
Die wirklichen Gründe für eine Intervention in Syrien
James P. Rubin, der unter Bill Clinton als Berater im
US-Außenministerium gearbeitet hat, rät erstaunlich offen zu einem Luftkrieg
gegen Syrien, weil er sich davon strategische Vorteile für die USA und Israel
verspricht.
Ein Angriff Israels auf den Iran ist weiterhin möglich.
Wenn in der gegenwärtigen Verhand lungsrunde der Großmächte mit dem Iran dessen Atomprogramm nicht
gestoppt werden kann, wird sich für Israel sehr wahrscheinlich noch in diesem
Jahr erneut die Frage nach einem Angriff auf
die Atomanlagen des Irans stellen. Zusätzlich zu ihren diplomatischen Bemühungen
und den verhängten Wirtschaftssanktionen können die USA einen weiteren
wichtigen Schritt unternehmen, um Israel noch aufzuhalten: Sie sollten das
syrische Volk in seinem Kampf gegen das
Regime Bashar al Assads unterstützen.
Das Atomprogramm des Irans und der Bürgerkrieg in Syrien
scheinen auf den ersten Blick
nichts
miteinander zu tun zu haben, in Wirklichkeit sind sie aber untrennbar
miteinander
verbunden.
Israels berechtigte Angst, sein Atomwaffenmonopol und die Möglichkeit, seine
konventionellen
Streitkräfte überall im Nahen Osten uneingeschränkt einsetzen zu kön-
nen,
zu verlieren, ist der oft übersehene eigentliche Grund für seine Angriffpläne
gegen die
Islamische Republik. Für
die israelische Führung besteht die tatsächliche Bedrohung, die
von einem atomar bewaffneten Iran ausginge,
nicht in der Befürchtung, dass ein irrer irani -
scher Präsident einen unprovozierten Atomangriff auf Israel befehlen
könnte, der zur Ver-
nichtung beider Staaten führen würde.
Der
Iran müsste noch nicht einmal eine Atomwaffe testen, um den militärischen Druck, den Israel auf den Libanon und Syrien
ausüben kann,
zu untergraben. Schon das Erreichen der atomaren Schwelle könnte die
iranische Führung veranlassen, die Hisbollah, ihren
Bündnispartner im Libanon, zu einem Angriff auf Israel zu ermutigen, weil sie davon ausgehen könnte, dass sich Israel
einen Gegenschlag
dann gut überlegen würde.
Kraft schwenkt auf Sparkurs ein
Nach
dreiwöchigen Verhandlungen haben SPD und Grüne in Nordrhein-Westfalen
am Dienstag ihren Koalitionsvertrag der Öffentlichkeit vorgestellt. Am
Freitag segneten ihn Parteitage der beiden Koalitionspartner ab und am
kommenden Mittwoch, vier Wochen nach der Landtagswahl, soll Hannelore
Kraft (SPD) für weitere fünf Jahre zur Ministerpräsidentin gewählt
werden.
In den vergangenen beiden Jahren hatte Kraft eine
rot-grüne Minderheitsregierung geführt und sich dabei auf die Stimmen
der Linkspartei gestützt, die im neuen Landtag nicht mehr vertreten ist.
Nun verfügen SPD und Grüne über eine eigene Mehrheit, können aber auch
mit Stimmen der Piratenpartei rechnen. Deren Landesvorsitzender Michele
Marsching sagte: „Ich gehe davon aus, dass einige Piraten sie mit zur
Ministerpräsidentin wählen wollen. Ich persönlich würde sie
unterstützen.“
Der zentrale Satz des fast 200-seitigen
Koalitionspapiers steht auf Seite 180. Er lautet: „Daher stehen alle
haushaltswirksamen Vorhaben im Rahmen dieses Koalitionsvertrags unter
Finanzierungsvorbehalt.“ Mit anderen Worten, alle Wahlversprechen, die
Kraft im Wahlkampf Armen, Arbeitslosen, Niedrigverdienern, Familien,
Kindern, Jugendlichen und in Bezug auf die Förderung von Kultur und
Wissenschaft gemacht hat, werden dem Rotstift zum Opfer fallen.
Denn
eine Festlegung des Koalitionsvertrags hat für SPD und Grüne absoluten
Vorrang. Beide sind entschlossen, den Haushalt zu konsolidieren, um „die
Schuldenbremse einzuhalten“. Bis 2017 sollen daher bei den Ausgaben
jährlich eine Milliarde Euro eingespart werden. „Die Konsolidierung der
öffentlichen Haushalte ist unser Ziel“, heißt es im Vertrag. Dazu
müssten „nachhaltig“ Personal- und Sachkosten „optimiert“ und
„Effizienzgewinne realisiert“ werden.
So sollen beispielsweise
sukzessive 500 Lehrerstellen an Berufskollegs gestrichen werden. Zu
Personalabbau wird auch die Zusammenlegung oder Schließung von
Verwaltungsstandorten und die Suche nach „Einsparmöglichkeiten“ in den
Landesbetrieben führen. Allein bei den Förderprogrammen des Landes
sollen mehr als 300 Millionen Euro eingespart werden. „Wir werden
entscheiden, welche Aufgaben zukünftig noch vom Land wahrgenommen werden
sollen“, heißt es im Koalitionsvertrag.
Ägypten bereit für Tahrir III
Pro-revolutionäre Kräfte gewinnen fast die Hälfte
der Stimmen, werden aber von der Stichwahl ausgeschlossen
Von Wilhelm Langthaler
Wären die Wahlen vom 23./24. Mai für ein
proportionales Parlament gewesen, die die Tahrir Bewegung
unterstützenden Kräfte wären mit etwa 40% der Stimmen als die stärkste
Kraft hervorgegangen.
Dies ist ein großer Schritt vorwärts verglichen mit den
Parlamentswahlen vom letzten Herbst. Die Stichwahl findet dennoch
zwischen den zwei anderen Kräften des Machtdreiecks statt: nämlich dem
alten Regime - unterstützt von der Armee - und der Moslemischen
Bruderschaft (MB). Die Tahrir Kräfte werden darauf angewiesen sein, auf
die Straße zu gehen. Die jüngsten Freisprüche von den Söhnen Mubaraks
und hochrangingen Polizeioffizieren gießen weiteres Öl ins Feuer. Große
Mobilisierungen auf den Straßen sind möglich.
Linker Kandidat als Shooting Star
Die Überraschung der ersten Runde der Präsidentenwahlen war das
Ergebnis des linken Nasseristen Hamdeen Sabbahi. Er wurde Dritter mit
20,7%, das sind etwa 4,8 Millionen Stimmen. Sabbahi gewann in den
meisten städtischen Zentren; in den zwei größten Städten, der Hauptstadt
Kairo und in Alexandria, sogar mit etwa einem Drittel der Stimmen, weit
vor seinen Gegenspielern.
Symbolisch ist der Fall des Armenviertels Imbaba in Kairo, welches in
den 90ern eine Hochburg der Salafisten war und später von der MB
übernommen wurde. Die Ergebnisse: Sabbahi am ersten Platz (32,2%),
gefolgt von Shafiq (23,2%), Mursi (18,3%), Abul-Fotouh (14,7%).
Aboul-Fotouh, ein eher liberaler pro-Tahrir Islamist, der von der MB
ausgeschlossen worden war, bekam insgesamt etwa 17,1% - das entspricht
ca. 4,1 Millionen - der Stimmen. Zusammengenommen zeugt das von einem
deutlichen Ruck in Richtung der revolutionären Kräfte, der Linken und
des demokratischen Milieus insgesamt.
Syrizas Wahlabschluss in Athen
Am vergangenen Donnerstag fand in Athen die zentrale Abschlussveranstaltung der Koalition der Radikalen Linken
(SYRIZA) für die Wahlen am kommenden Sonntag statt.
Die Veranstaltung
war von einem tiefen Widerspruch geprägt. Während viele der Anwesenden
hofften, mit SYRIZA den desaströsen Sparkurs beenden zu können, bereitet
sich die Partei darauf vor, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen, um
eben diesen Kurs durchzusetzen.
Auf
dem Omonia-Platz hatten sich Tausende Unterstützer SYRIZAs eingefunden.
Wenn auch Mittelschichten überrepräsentiert waren, befanden sich auf
der Kundgebung Menschen aller Schichten und Altersklassen. Neben
Jugendlichen und Studenten waren Arbeiter, Arbeitslose und auch Rentner
anwesend.
Auf der Bühne prangte der Hauptslogan SYRIZAs, den
viele Teilnehmer aufgriffen: „Wir machen das Memorandum zur Geschichte –
Wir bereiten der Hoffnung den Weg.“ Die Teilnehmer verbanden damit die
Erwartung, dass die von der Europäischen Union in den letzten Jahren
diktierten sozialen Angriffe beendet werden. Sie haben zu
Reallohnkürzungen um bis zu zwei Dritteln, einem Anstieg der
Jugendarbeitslosigkeit über 50 Prozent und zu blankem Massenelend
geführt.
Die NATO verherrlicht ihren Untergang
Dem 25.
NATO-Gipfel ist es nicht gelungen auf die quälende Frage zu antworten,
welche die Organisation seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion so sehr
bedrückt: wie kann sie ihren Mitgliedern hilfreich sein, außer dem
Vereinigten Königreich und den USA?
Da Fragen über das Massaker von 160
000 Libyern oder die Annullierung des Angriffs auf Syrien ausgeschlossen
waren, wurden Staats- und Regierungschefs einfach aufgefordert, zur
Finanzierung des U.S. militärisch-industriellen Komplexes beizusteuern.
Der NATO-Gipfel in Chicago (20-21. Mai 2012)
vereinigte nicht nur die Staats- und Regierungschefs der 28
Mitgliedstaaten, sondern auch Delegationen aus 32 Ländern. So war er
also der Ausdruck der globalen Ambitionen der Organisation.
Offiziell sollte er drei wichtige Fragen beantworten:
Wie kann man Zentralasien kontrollieren?
Wie kann man mit einem durch die Finanzkrise eingeschränkten Haushalt wirksamer sein?
Wie kann man ein System von offensiven Lenkflugkörpern gegen Russland und China entfalten?
Die Wahl von Chicago für den Gipfel liegt natürlich daran, weil es
die Stadt von Präsident Barack Obama ist, und weil sie jetzt von dem
Falken Rahm Emanuel, Offizier der israelischen Armee, verwaltet wird.
Ein Gäste-Ausschuss wurde von der Bilderberg-Gruppe [1 (http://www.voltairenet.org/Die-NATO-verherrlicht-ihren#nb1)] mit u.a. der Präsidentin der NDI/NED autour de la présidente du NDI/NED [2 (http://www.voltairenet.org/Die-NATO-verherrlicht-ihren#nb2)] Madeleine Albright und von John H. Bryan, Haupt-Administrator der Goldman Sachs Bank, zusammengestellt.
Griechenland: Für eine Arbeiterregierung!
Die Wahlen am 17.6.2012 könnten Syriza, eine Koalition
linksreformistischer und kleinerer weiter links stehender
Organisationen, den Wählerauftrag zur Regierungsbildung bescheren, und
dies auf Grundlage einer strikten Ablehnung des Spardiktats, das
Griechenland von der Troika, d.h. dem Internationalen Währungsfonds, der
europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank auferlegt
worden ist.
Dies wird die gesamte Europäische Union in eine weitere Krisenspirale
hineinschleudern. Ein Gemisch aus wirtschaftlichen und politischen
Faktoren bedroht die Zukunft Europas. Weltweit verringern sich die
Wachstumsraten der vermeintlichen Motoren der Wirtschaftserholung wie
Brasilien, Indien und China. Die Bankenkrise in Spanien wirft wieder
einmal die Frage der Zukunft des Euro auf. Unter diesen Umständen finden
die griechischen Wahlen statt.
Diese Verkettung von Ereignissen würde die ganze Verwaltungsstruktur der
Europäischen Union unter unerhörte Spannung setzen und eine Krise
erzeugen, die dem weltweiten Finanzkrach von 2008 gleichkommt. Jedes
EU-Land wird davon betroffen sein, aber in Griechenland spitzt sich die
Lage sofort auf die entscheidende Frage zu: Wer herrscht und in wessen
Interesse?
Syriza könnte 35% der Wählerstimmen erhalten und wäre damit in der Lage,
eine Regierung zu bilden. Sie hat die Hauptmaßnahmen genannt, die ihr
Regierungsauftrag wäre:
- Absetzung des drohenden Deals, der die Fortsetzung von Zahlungen aus
der EU um den Preis von weiteren Lohn- und Rentenkürzungen im privaten
Sektor vorsieht;
- Keine Gesetze, die das kollektive Arbeitsrecht aushebeln;
- Abschaffung der Sondervergünstigungen und Rechtsfreiräumen für Parlamentsabgeordnete und Reform der Wahlgesetze;
- Sofortige Veröffentlichung der Untersuchung im griechischen
Bankensystem durch den weltgrößten Vermögens'verwalter', den
imperialistischen US-Konzern Black Rock;
- Einsetzung eines internationalen Untersuchungsausschusses zur
Ermittlung der Verschuldung im öffentlichen Sektor und Einfrierung aller
Schulden, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind.
Schäuble attackiert griechische Wähler
Am
Vorabend der Wahl in Griechenland verschärft die deutsche Regierung
ihre Drohungen. „Es gibt keinen bequemen Weg“, betonte Finanzminister
Wolfgang Schäuble (CDU) Anfang der Woche in mehreren Pressemeldungen.
Die von der Bundesregierung und der EU diktierten Sozialkürzungen und
Entlassungen im öffentlichen Dienst – Schäuble nennt das beschönigend
„Anpassungsmaßnahmen“ – seien unumgänglich und nicht verhandelbar, und
zwar egal wie das Wählervotum ausfalle.
Noch deutlicher drückte sich Schäuble in einem Interview mit dem ZDF heute journal
am Samstagabend aus. Griechenland müsse die Bedingungen der EU
einhalten, „da können die Griechen wählen, wie sie wollen“, sagte er.
Anfang
des Jahres hatte Schäuble die Entscheidung der griechischen Regierung,
Neuwahlen durchzuführen, scharf kritisiert und von „Wahlen zur Unzeit“
gesprochen. Erst müssten die Kürzungen durchgesetzt werden, dann könne
man über Wahlen sprechen. Als trotzdem Neuwahlen angesetzt wurden,
verlangte Schäuble von allen Parteien eine schriftliche Erklärung, dass
sie nach der Wahl in vollem Umfang am Kürzungsprogramm festhalten. Er
knüpfte die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem Euro-Rettungsfond an
diese Bedingung und erpresste die Parteien mit dem drohenden
Staatsbankrott.
Nun erklärt Schäuble, die griechische Bevölkerung
könne wählen, wen sie wolle, das Wählervotum und die Zusammensetzung
einer neuen Regierung hätten auf die Politik in Athen keinen Einfluss.
Es gebe nur zwei Möglichkeiten: Entweder Griechenland bleibe in der EU
und im Euro-Verbund, dann würden alle wichtigen Entscheidungen in
Brüssel und Berlin getroffen und müssten uneingeschränkt akzeptiert
werden. Oder Griechenland verlasse den Euro, dann sei ein Staatsbankrott
mit noch verheerenderen wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen die
Folge.
Griechenland: Politische Polarisierung
Die griechischen Parlamentswahlen am 6. Mai waren ein politisches Erdbeben, das bis
Brüssel, Berlin und London zu spüren war. Die bisherige griechische Parteienlandschaft
wurde völlig durcheinander gewirbelt. Das Wahlergebnis ist einerseits Ausdruck der
politischen Krise im Land, andererseits wurde dadurch die Krise weiter vertieft.
Die herrschende Klasse Griechenlands weiß keinen Ausweg aus dem wirtschaftlichen
und sozialen Desaster. Das griechische und EU-Establishment fürchten die Neuwahlen
am 17. Juni, denn, egal wie sie ausgehen, werden die Instabilität und die Zuspitzung
der Klassenkonflikte weitergehen. Viele der Entwicklungen der letzten Wochen bestätigen
unsere Einschätzungen, die wir in dem längeren Artikel „Griechenland vor einer Revolution? (http://arbeiter-innen-kampf.org/Griechenland_vor_einer_Revolution.html)“
vorgenommen haben.
Bedeutung der Mai-Wahlen
In den letzten drei Jahrzehnten erhielten die beiden staatstragenden Parteien, Nea
Dimokratia und PASOK, bei Wahlen zusammen jeweils um die 80% der Stimmen. Nun, bei
den Wahlen Anfang Mai, bekamen sie für ihre Verelendungspolitik der letzten Jahre
die Rechnung serviert und halten nur noch bei 32%: ND bei 18,8%, PASOK bei 13,2%.
Die rechtskonservative LAOS verlor fast die Hälfte ihrer Stimmen, erhielt nur noch
2,9% und flog aus dem Parlament.
Gewinnen konnten die bürgerlichen Kräfte, die gegen die EU-diktierte Kürzungspolitik
auftraten: Einerseits die „Unabhängigen Griechen“, eine Abspaltung der ND, die kleinbürgerliche
und gehobene Angestelltenschichten repräsentiert, die von der Krise gebeutelt sind,
und die aus dem Stand auf 10,6% kam. Andererseits die Neo-Nazi-Gruppe Chrysi Avgi,
die von 0,3% auf 7% explodierte und die rabiat-rassistischen Teile des Kleinbürgertums
sowie lumpenproletarische Elemente verkörpert. Auch wenn nach neueren Umfragen Chrysi
Avgi bei den Neuwahlen wieder verlieren sollte und sie nur einen kleinen organisierten
Kern hat, ist dieses Ergebnis doch eine ernste Warnung für die Arbeiter/innen/bewegung;
umso mehr, wenn man bedenkt, dass (nach einer Analyse der Zeitung „To Vima“) die
Hälfte aller Polizeibeamten für Chrysi Avgi gestimmt hat.
Der Imperialismus und das Massaker von Hula
Recherchen
zum Massaker vom 25. Mai im syrischen Hula haben die Lügen Washingtons
und seiner Alliierten zunichte gemacht, mit denen sie ihre immer
stärkere militärische Intervention in Syrien rechtfertigen.
Gemäß der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, einer der führenden Tageszeitungen Deutschlands,
liegt die Verantwortung für den Tod von 180 Menschen, die in Hula
massakriert worden sind, nicht bei der syrischen Armee, sondern bei den
syrischen „Rebellen“, die von den Vereinigten Staaten gegen den
syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bewaffnet werden. Die Zeitung
berichtet, die syrischen Guerillagruppen fungierten als sunnitische
Todesschwadronen, die einen Großteil der schiitischen muslimischen
Minderheit von Hula ausgelöscht hätten. Die Quellen, auf die sich das
Blatt bezieht, stammen nicht vom Assad-Regime, sondern von der syrischen
Opposition selbst sowie von französischen religiösen Gruppen in Syrien.
Die
Auswirkungen dieser Enthüllungen gehen weit über die Gräueltaten in
Hula hinaus. Sie untergraben die niederträchtigen Fundamente der von den
USA angeführten Kriegskampagne gegen Syrien. Die Medien bringen
unkritisch Mordberichte, die auf Oppositionsdarstellungen und auf
Denunziationen des Westens beruhen, die sich gegen Assad wenden, um in
zynischer Weise die Bewaffnung der Opposition – oder eine mögliche
amerikanische Invasion in Syrien – als Gewissensentscheidung
darzustellen, die eine humanitäre Katastrophe verhindern soll.
Die
Medienkanäle, die solche Berichte verbreiten, betätigen sich lediglich
als Propagandaagenturen für eine amerikanische Intervention. Die
Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten beabsichtigen, Russland und
China soweit einzuschüchtern, dass sie ihren Widerstand gegen einen
Einmarsch unter Führung der USA aufgeben, damit Assad gestürzt und gegen
ein amerikanisches Marionettenregime ausgetauscht werden kann.
Worum geht es in unserer Diskussion über Griechenland?
Tariq Ali,
ein renommierter Linksintellektueller und Schriftsteller, in seiner Jugend ein
revolutionärer Linker, hat erklärt, dass ANTARSYA „vom Sektierertum der KPG
(KKE) beeinflusst wird und „den Vorschlag verweigert, mit SYRIZA
zusammenarbeiten.
Wir wussten nicht, dass Tariq Ali über die Situation der
griechischen Linken so „gut informiert ist, aber seine Äußerungen machen es
offensichtlich sehr dringend, dass wir, die Mitglieder von ANTARSYA, uns
fragen, was in dieser Diskussion über den Wahlausgang in Griechenland und die
Aussichten auf der griechischen Linken insgesamt abläuft. Diese Aufgabe wird angesichts
anderer Stellungnahmen, die wir aus dem Ausland erhalten haben, unter ihnen von
der britischen Sektion der Vierten Internationale (IV), Socialist Resistance
(SR), und von der IV-Führung selbst, die uns, OKDE , die griechische Sektion der
IV, dazu aufrufen, die „5 Punkte der SYRIZA - Führung zu unterstützen, noch
dringlicher. Die „5 Punkte sind ein Vorschlag an DIMAR, die sehr rechte „Linkspartei
und eine Abspaltung von SYRIZA, und indirekt auch an PASOK und die rechtsnationalistischen
„Unabhängigen Griechen , also eine Art programmatische Plattform für eine
Koalitionsregierung nach dem 17. Juni.
Wenn wir
diese „5 Punkte ernst zu nehmen haben, ist klar, dass wir es mit einer sehr rechten
Variante einer links-bürgerlichen Regierungen zu tun haben, wie sie jahrzehntelang
nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg üblich waren, als sozialdemokratische
und stalinistische Parteien an „Links-Regierungen in Europa und auf anderen
Kontinenten teilgenommen haben. In allen Fällen haben solche „linken
Regierungen - die öfters rhetorisch mit „Arbeiter-Regierungen verwechselt
werden, einer Formel, die heute wieder wird von einigen in unserer heutigen
Diskussion verwendet wird - zu katastrophalen Folgen für die Arbeiterklasse,
die Unterdrückten und Ausgebeuteten, sowie für die Arbeiterbewegung geführt.
Landesweite Riots in Tunesien Ein erschossener Demonstrant
In Tunesien ist es am Montag und Dienstag zu heftigen
Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Bullen/ Militär
gekommen.
Die Unruhen erstreckten sich auf mehrere grössere und kleinere
Städte Tunesien, am heftigsten waren die Auseinandersetzungen in der
Hauptstadt Tunis.
Im Zuge der Kämpfe setzten die „Sicherheitskräfte massiv Tränengas ein,
warfen mit Steinen, mehrmals wurde auch scharf auf die Demonstranten
geschossen.
Wurde zuerst behauptet, es wären nur „Warnschüsse in die Luft
abgegeben worden, wird inzwischen von einem erschossenen Demonstarnten
berichtet.
Es wurde mittlerweile eine nächtliche Ausgangssperre für Tunis und sechs
andere Regionen verhängt. Der noch aus der Ben Ali Ära stammende
„Ausnahmezustand war erst kürzlich bis Ende Juli verlängert worden.
Auslöser der Auseinandersetzungen waren Proteste von Gruppen aus den
salafistischen Spektrum gegen eine Kunstausstellung in einem Vorort
von Tunis.
Sie sahen durch die ausgestellten Kunstwerke (u.a. ein weiblicher Akt
und die Darstellung Allahs durch eine Armee von Ameisen) den Islam
beleidigt.
Nachdem es am Sonntag zu ersten Rangeleien zwischen religiösen
Fundamentalisten und den Künstlern und ihren Unterstützern gekommen war,
griffen die Bullen ein. In der Nacht zu Montag kehrte dann ein
grösserer fundamentalistischer Mob zurück, brach in das Gebäude ein und
zerstörte zahlreiche Kunstwerke.
Unklar ist der genaue Fortgang der Geschehnisse am Montag. Im Laufe
des Tages kam es jedenfalls in Tunis zu Auseinandersetzungen zwischen
salafistischen Gruppen und den Bullen, die sich schnell ausweiteten.
Europäisches Krisendomino
Die in Wechselwirkung mit dem
deutschen Spardiktat eskalierende Krisendynamik treibt nun Spanien unter den
europäischen „Schutzschirm . Italien gerät ebenfalls verstärkt in Schieflage.
Nun ist Madrid an der Reihe. Nach
Griechenland, Portugal und Irland muss Spanien nun Kredite des europäischen
Krisenfonds EFSF in Höhe von 100 Milliarden Euro in Anspruch nehmen, um den
Kollaps des heimischen Finanzsektors zu verhindern. Wochenlang wurde die spanische Regierung um den
konservativen Premier Mariano Rajoy vor
allem von deutscher Seite dazu gedrängt, die Gelder der „EU-Rettungsfonds
anzunehmen. Ursprünglich hoffe Madrid darauf, dass
der ab Juli aktivierte Rettungsfonds ESM direkt die Rekapitalisierung der
Banken auf der Iberischen Halbinsel bewerkstelligen könnte, was ohne
korrespondierende Auflagen vonstattenginge. In Deutschlands meinungsführenden
Presseerzeugnissen wurde aber gerade dieser Souveränitätsverzicht der
spanischen Regierung eingefordert, wie die FAZ in einem Kommentar vom 6. Juni
formulierte. Die Spanier könnten keinesfalls „ihre faulen Hauskredite auf dem
gemeinsamen Krisenfonds ESM abladen , so die FAZ, die anschließend fragte,
wieso Madrid die „Unterstützung im Rahmen von Staatskrediten seitens des EFSF
ablehnt: „Zögert die Regierung in Madrid wegen
der damit verbundenen Auflagen? Diese müsste Spanien nicht fürchten, wenn es so
vorbildlich den Arbeitsmarkt reformiert hätte, wie allseits gelobt wird.
Dennoch schien sich der
hinhaltende Widerstand der spanischen Regierung gegen die Inanspruchnahme des
„Rettungsfonds ausgezahlt zu haben, sollten doch die damit einhergehenden
Auflagen ersten Berichten zufolge nicht so repressiv ausfallen wie bisher in
solchen Fällen üblich. Laut ersten informellen Absprachen soll abermals eine
„Troika aus EU-Komission, IWF und EZB die Umsetzung der mit den Krisenkrediten
einhergehenden Auflagen in Spanien überwachen, doch sollen sich diese nur auf
die Restrukturierung des unter einem Berg fauler Kredite kollabierenden
Finanzmarktes beschränken. Weitere drakonische „Sparpakete sollen Spanien im
Gegensatz zu den anderen europäischen Krisenländern nicht oktroyiert werden.
Massaker von Hula wurde laut FAZ von der Freien Syrischen Armee begangen
Laut
der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) wurde das Massaker von Hula letzten Monat von Widerstandsgruppen verübt, die mit der Freien
Syrischen Armee verbündet sind.
Der Bericht lehnt die offizielle
Darstellung der Vereinigten Staaten und anderer Großmächte ab, die von
den Medien unkritisch wiederholt wird. Die Schuld für das Massaker wurde
regierungstreuen Kräften angelastet und ausgenutzt, um die
Propagandaoffensive für eine Militärintervention gegen das Regime von
Bashar al-Assad zu verstärken. Die USA und ihre Verbündeten behaupteten,
ohne einen glaubhaften Beweis dafür zu haben, dass entweder die
syrische Armee oder die regierungstreue Shabiha-Miliz den Massenmord an
über einhundert Menschen verübt habe.
Am 7. Juni erschien in der
FAZ ein Bericht von Rainer Hermann aus Damaskus. Sein Artikel beruhte
auf Untersuchungen von Widerstandsaktivisten, die das Gebiet besuchten
und Augenzeugenberichte aufnahmen. Diese bestätigen größtenteils die
Darstellung der Assad-Regierung über die Ereignisse in Hula.
„Ihr
Ergebnis widerspricht den Behauptungen der Rebellen, die die
regimenahen Milizen Schabiha der Tat beschuldigt hatten“, schrieb
Hermann. Weiter hieß es: „Da zuletzt Oppositionelle, die den Einsatz von
Gewalt ablehnen, ermordet oder zumindest bedroht worden sind, wollen
die Oppositionellen ihre Namen nicht genannt sehen.“
Das Massaker
ereignete sich nach dem Freitagsgebet und begann mit einem Angriff
sunnitischer „Rebellen“ auf drei Kontrollpunkte der Armee rund um Hula.
„Die Kontrollpunkte haben die Aufgabe, die alawitischen Dörfer um das
überwiegend sunnitische Hula vor Anschlägen zu schützen“, hieß es in dem
Artikel.
Die syrische Armee schickte Verstärkung und die Kämpfe
gingen eineinhalb Stunden lang weiter. Dabei wurden „Dutzende Soldaten
und Rebellen getötet.“
Griechenland ist überall
LZ-Interview mit Ralf Dreis zur Lage in Griechenland
LZ: Ralf, du
bist oft in Griechenland. Wie hat sich die Schuldenkrise auf den Alltag der
Griechen ausgewirkt?
RD: Hallo,
zuallererst möchte ich betonen, dass ich mit dem Begriff Schuldenkrise nicht
einverstanden bin. Meiner Meinung nach handelt es sich bei dem was wir momentan
erleben um eine Krise des Kapitalismus. Und kapitalistischer Markt ist immer
Politik. Das uns allen bekannte anonymisierende Geschwätz von „den
Finanzmärkten , die gottgleich über das Schicksal der Menschen bestimmen, ist
Teil eines Mythos mit dessen Hilfe Verantwortlichkeiten unkenntlich gemacht und
Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt werden sollen. Nichts an Finanzmärkten ist
naturgesetzlich und durch politisches Handeln nicht veränderbar. Was
gegenwärtig in Griechenland - und auch in Portugal und Spanien - geschieht hat
nur ein Ziel. Mit dem ermüdenden Dauerbeschuss so genannter ExpertInnen und
PolitikerInnen, die ununterbrochen die Mär verbreiten diese Länder müssten
„sparen um wirtschaftlich zu gesunden, soll vor allem ein politisches Ziel
durchgesetzt werden, nämlich die Sicherung der Profite einer kleiner werdenden
herrschende Elite.
Was den Alltag der GriechInnen
betrifft, so hat sich in den letzten Jahren einiges verändert - wobei es aber
auch große Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt. Am auffälligsten ist die
katastrophale Lage in Athen, gefolgt von Thessaloníki. Massenarbeitslosigkeit,
zunehmende Obdachlosigkeit, Suppenküchen für Bedürftige, in letzter Zeit
verstärkt Selbstmorde aus Verzweiflung über die wirtschaftliche Lage und aus
Perspektivlosigkeit.
Rettung spanischer Banken zieht Daumenschrauben weiter an
Bemerkungen von Finanzminister Wolfgang Schäuble am Montag
widersprechen direkt den Versicherungen des spanischen
Ministerpräsidenten Mariano Rajoy, mit dem Rettungspaket für die
spanischen Banken vom Wochenende seien „keine Bedingungen verbunden“.
Die
Rettung der spanischen Banken wurde am Wochenende hastig auf einer
Telefonkonferenz der Finanzminister der Eurozone vereinbart, um einen
möglichen Kollaps des europäischen Bankensystems zu verhindern. Der
Handel kam zustande, nachdem amerikanische und europäische Regierungen,
der Internationale Währungsfonds und internationale Banken starken Druck
auf die spanische Regierung ausgeübt hatten.
Als Rajoy das
Abkommen bekanntgab, wollte er unbedingt den Eindruck vermeiden, dass
die Rettungsaktion ein ausgewachsener Bailout sei. Er erklärte das
Abkommen zu einem „Sieg für Spanien“, der dem „europäischen Projekt neue
Glaubwürdigkeit“ verleihe.
Erste Medienberichte sprachen von
einem “Mini-Bailout” und betonten, das Geld für die spanischen Banken
sei mit weniger strengen Sparauflagen und einer geringeren
Haushaltsaufsicht durch die Europäische Union und den IWF verbunden als
im Fall der 400 Milliarden-Euro-Kredite an Griechenland, Irland und
Portugal.
Die Finanzminister der Eurozone erklärten, Spanien habe
“seine Hausaufgaben” schon gemacht, indem es „bedeutende“ Haushalts-
und Arbeitsmarktreformen durchgeführt habe. Die europäischen Börsen
reagierten am frühen Montag positiv. Die Euphorie war jedoch äußerst
kurzlebig.
Im Lauf des Tages verloren die Börsen ihre Gewinne
weitgehend wieder. Die europäische Presse war allgemein der Ansicht,
dass die Maßnahme den europäischen Führern, die am Rande des
ökonomischen Abgrunds stehen, nur eine geringe Atempause verschafft
habe.
Die NATO bereitet eine grosse Desinformations-Kampagne vor
Die Mitglieds-Staaten der NATO und des GCC bereiten einen Staatsstreich und einen sektiererischen Völkermord in Syrien vor. Wenn Sie sich gegen diese Verbrechen erheben wollen, ergreifen Sie jetzt Maßnahmen: Lassen Sie diesen Artikel im Netz zirkulieren und wenden Sie sich an Ihre gewählten Vertreter.
In wenigen Tagen, vielleicht schon am Freitagmittag,
15. Juni werden die Syrer, die die nationalen Fernsehkanäle ansehen
möchten, von der CIA ersetzte Fernseh-Bildschirme entdecken. Die im
Studio fabrizierten Filme werden die der Regierung angelasteten Bilder
von Massakern zeigen, von populären Demonstrationen, Minister und
Generäle die ihren Rücktritt ankündigen, Präsident Al-Assad der die
Flucht ergreift, Rebellen die sich im Herzen der Großstädte versammeln,
und eine neue Regierung, die sich im Präsidentenpalast einnistet.
Diese direkt von Washington aus, durch Ben Rhodes, Stellvertreter der
Nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten geführte Operation,
versucht die Syrer zu demoralisieren und einen Putsch zu ermöglichen.
Die NATO, die auf das doppelte Veto von Russland und China stößt, könnte
so Syrien erfolgreich erobern ohne es illegal anzugreifen. Was auch
immer das Urteil ist, das man von den aktuellen Ereignissen in Syrien
habe, würde ein Putsch jegliche Hoffnung auf eine Demokratisierung
beenden.
Ganz offiziell forderte die Arabische Liga die Satellitenbetreiber
Arabsat und Nilesat auf, die Weiterverbreitung der syrischen
öffentlichen und privaten Medien (TV Syrien, Al-Ekbariya, Ad-Dunia,
Cham-TV etc..) zu stoppen. Es gibt es einen Präzedenzfall, da die Liga
bereits am libyschen Fernsehen Zensur verhing, um zu verhindern, dass
die libyschen Führungskräfte der Dschamahirija mit ihrem Volk per
Fernsehen sprechen konnten. Es gibt kein drahtloses Fernseh-Netzwerk in
Syrien, weil die Fernseher nur von Satelliten ausgestrahlt werden. Aber
diese Unterbrechung wird keine schwarzen Bildschirme hinterlassen.
US-Militär befürwortet Krieg gegen Syrien
Der
Generalstabsvorsitzende General Martin Dempsey erklärte am Donnerstag
vor der Presse, die Obama-Regierung habe den militärischen Planern im
Pentagon mit ihrem Versuch, in Syrien eine diplomatische Lösung zu
finden, strategische Fesseln angelegt.
Er beklagte sich über
„mangelnde Konzentration“ und erklärte, mit klaren Anweisungen für einen
Regimewechsel könne er „einen Plan entwickeln. Ich weiß, wie viele
Divisionen, wie viele Fluggeschwader, etc. das braucht“.
Das ist
schon das zweite Mal, dass Dempsey offen mit einem Militärschlag droht.
Nach dem angeblichen Regierungsmassaker an über hundert Menschen in Hula
am 25. Mai erklärte er auf Fox News: „Natürlich gibt es auch immer die
militärische Option... Es könnte wegen der Gräueltaten in Syrien dazu
kommen.“
Die Schuld an dem Massaker von Hula wurde sofort dem
Regime von Bashar al-Assad angelastet. Dessen Truppen hätten angeblich
die Stadt beschossen. Innerhalb der nächsten Tage zeigten Untersuchungen
jedoch, dass die meisten Toten durch Erschießungen aus nächster Nähe
oder Stiche hingerichtet wurden. Oppositionskräfte beschuldigten die
regierungstreue, alawitische Miliz Shabihi, während die Regierung
erklärte, es sei das Werk von Terroristen gewesen. Diese seien mit der
sunnitischen Aufstandsbewegung verbündet und wollten den
Waffenstillstand zerstören, der von Kofi Annan nach einem Besuch in
Syrien ausgehandelt wurde.
Jetzt nutzt Dempsey erneut ein
Massaker als Vorwand für seine Kriegstreiberei und drängt auf direkte
Bewaffnung der syrischen Opposition und amerikanische Luftunterstützung.
Hinter ihm steht die republikanische Lobby unter Führung der Senatoren
John McCain und Joe Liebermann, einem ehemaligen Demokraten.
"Wer Folter befürwortet, foltert mit!" Deswegen: Folterbefürworter müssen öffentlich benannt und kenntlich gemacht werden.
gehe zu: Denn sie wissen, was sie tun
