Linke Zeitung
Ägyptische Junta setzt Islamisten Mursi als Aushängeschild ein
Die
ägyptische Wahlkommission für die Präsidentschaftswahl erklärte am
Sonntag Mohammed Mursi, den Kandidaten der Muslimbruderschaft (MB), zum
Sieger der Stichwahl und damit zum neuen Präsidenten. Die Stichwahl
hatte vor einer Woche inmitten eines politischen Putsches des Obersten
Rats der Streitkräfte (SCAF) stattgefunden.
Die Bekanntgabe des
Ergebnisses war drei Tage lang verzögert worden. In diesen Tagen
strömten Zehntausende Menschen, die meisten von ihnen MB-Anhänger, auf
dem Tahrirplatz in Kairo zusammen und verurteilten die diktatorischen
Vollmachten, die sich der Militärrat angeeignet hat. Sie wollten
verhindern, dass der SCAF das Wahlergebnis fälschte und seinen
Favoriten, den ehemaligen Luftwaffenchef und letzten Ministerpräsidenten
unter Mubarak, Ahmed Schafik, zum Präsidenten machte.
Viele
Tausende warteten am Sonntag auf dem Platz auf die Bekanntgabe der
Entscheidung. Truppen standen bereit, um Unruhen zu unterdrücken. Diese
wurden für den Fall erwartet, dass die Entscheidung zu Gunsten Schafiks
ausfiele.
Letzte Woche drohte die Junta an, mit “eiserner Faust”
gegen Demonstranten vorzugehen, und ließ Truppen und gepanzerte
Fahrzeuge vor dem Gebäude der Wahlkommission, dem leerstehenden
Parlamentsgebäude und anderen öffentlichen Einrichtungen in Kairo
stationieren. Gleichzeitig gab es hinter den Kulissen hektische
Verhandlungen zwischen dem SCAF und den Muslimbrüdern. Der Deal
beinhaltete, dass Mursi zu einem weitgehend machtlosen Präsidenten
gemacht würde, wenn die Islamisten im Gegenzug diktatorischen
Vollmachten für das Militär zustimmten.
Thiazi über den Mauern Asgards
Chefmoderator des neonazistischen Thiazi-Forums war Deeskalationstrainer und Pflegestationsleiter
Das
größte und wichtigste deutschsprachige Neonaziforum thiazi.net wurde
am 14. Juni nach BKA-Razzien abgeschaltet. Gegen 26 mutmaßlich
Verantwortliche ermittelt die Polizei wegen „Bildung einer kriminellen
Vereinigung . Hiervon betroffen ist auch der Thiazi -Chefmoderator
Marian Rohde aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg.
Rund
25.000 Personen waren bei Thiazi registriert, doch auch unangemeldet
waren die meisten Inhalte lesbar. Das Forum diente dem Austausch von
Informationen, der Vernetzung und Mobilisierung. Auf Thiazi wurden
Veranstaltungen beworben, Naziaufmärsche nachbereitet und mit
indizierter Nazimusik im großen Stil gehandelt. Teilweise diente das
Forum als Einstieg in die organisierte Szene. Benannt wurde es nach dem
Sturmriesen Thiazi aus der germanischen Mythologie. Er ist der Vater von
Skadi, der Göttin der Jagd und des Winters.
Ursprünge des Thiazi -Forums
Die
Ursprünge von thiazi.net gehen auf das Ende der 1990er Jahre
gegründete Nazi-Musik-Forum WPMP3 ( White Power MP3″) zurück. Einer der
wichtigsten Köpfe hinter Thiazi , Klaus Ruthenberg (Username „WPMP3 ),
war bereits an der Gründung dieses Vorläufers beteiligt. Das WPMP3-Forum
fusionierte später mit der Sturmseite zum Nationalen Forum und ging
2004 als deutschsprachige Sektion innerhalb des englischsprachigen
Skadi -Forums auf. Von skadi.net gab es mehrere Abspaltungen,
darunter das deutschsprachige Forum grossdeutsches-vaterland.net .
Pogrome in Israel Tel Aviv - 2012 Berlin 1938
Heute rückte Israel wieder näher an das Nazi-Deutschland von 1938 heran. In Berlin gingen damals die Nazis durch die Straßen und terrorisierten die Juden, warfen Fenster ein, verbrannten Bücher und Synagogen.
Heute terrorisieren (http://www.haaretz.com/news/national/demonstrators-attack-african-migrants-in-south-tel-aviv-1.432262)
in Tel Avivs armem Stadtteil Hatikva die Crème de la Crème von Israels
politischen „Übermenschen - Kahanisten wie Michael Ben Ari, Itamar Ben
Gvir und Baruch Marzel - Fremdarbeiter, die dort leben mit Massengewalt
und mit nichts weniger als einer Art Pogrom.
Hunderte Demonstranten versammelten sich in Hatikva, um die
afrikanischen Fremdarbeiter rauszuwerfen. Einige Leute griffen Afrikaner
an, die vorbeigingen. Andere schmissen Fenster eines Ladens ein, in
dem die Fremdarbeiter einkaufen und plünderten ihn.
Eine andere Gruppe von Demonstranten hielten ein Pendel-Taxi an
und suchten unter den Passagieren nach Fremdarbeitern, während sie ans
Fenster schlugen.
Die Menge schrie: „Das Volk will, dass die Sudanesen deportiert
werden und „Infiltranten raus aus unserm Haus! Miri Regev, ein
Likud-Knessetmitglied sagte, dass die Sudanesen ein „Krebsgeschwür an
unserem Körper seien. 17 Demonstranten wurden fest genommen.
Deutsche und EU Politik gegen den Aufstand
Die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) hat in der
Vergangenheit mit ihren Analysen zur Entwicklung in Nordafrika und
Nahost nicht gerade geglänzt.
Überwiegend mit Geldern aus dem Kanzleramt
finanziert, soll sie die Bestimmung der deutsche Sicherheits- und
Aussenpolitik mit fundierten Einschätzungen versorgen.
Das
SWP Projekt Elitenwandel und neue soziale Mobilisierung in der
arabischen Welt (1), gestartet in 2011 und für das weitere Gelder des
Auswärtigen Amtes sowie der Robert Bosch Stiftung bereit gestellt und
eine Kooperation mit dem Studienwerk der Heinrich Böll Stiftung
eingegangen wurde, hat eine ungewöhnlich lange Laufzeit bis 2015.
Im Rahmen des Projektes wurde jetzt eine Untersuchung zur Jugendarbeitslosigkeit in Nordafrika veröffentlicht.
Die
Aufstände und sozialen Verwerfungen in Nordafrika und dem Nahen Osten
haben Unsicherheiten auf Seiten des Westens ausgelöst. Hilfsprogramme
und Investionen sollen mit dafür sorgen, die Sache wieder in den Griff
zu bekommen. Dafür muss geklärt werden, wohin die Gelder fliessen, das
Versickern in den allgegenwärtigen Kanälen der Korruption soll
abgestellt werden.
Spanien: Solidarität mit dem Streik der Minenarbeiter
Valencia (http://cnt.es/noticias/valencia-cr%C3%B3nica-y-fotos-de-la-concentraci%C3%B3n-en-apoyo-los-mineros)
gingen am 18.06.2012 etwa 300 Demonstrant/innen auf die Straße, um für
den Arbeitskampf der Bergarbeiter/innen und gegen die massive
Polizeigewalt zu protestieren, die von den Arbeitern mit brennenden
Straßenblockaden beantwortet wurde.
Auch die anarchosyndikalistische CNT-IAA war dem Aufruf des
Solidaritätskommittees gefolgt, dem sich ebenfalls die lokale
Versammlung der basisdemokratischen Bewegung 15M angeschlossen hat. Auf
der Kundgebung wurde u.a. der Brief des Minenarbeiters Juan Jose Fernandez (http://www.solfed.org.uk/?q=north-london/letter-from-an-asturias-miner) verlesen, in dem er den gewaltsamen Widerstand gegen die wirtschaftliche Zerstörung der ganzen Region begründet.
Außerdem
erklärt er darin, dass sich viele Bergleute und ihre Familien für die
Konversion der subventionierten Steinkohleförderung in andere
Industrieformen einsetzen. Die Fördergelder, die nun gekürzt werden
sollen, seien jedoch von der Lokalpolitik in völlig andere Projekte
gesteckt worden und seien den Arbeiter/innen keine Unterstützung
gewesen. Auch auf den internationalen Zusammenhang der globlisierten
Konkurrenz wird in dem Brief eingegangen, ebenso auf die hunderten
Toten durch Arbeitsunfälle in den Minen.
Zerfällt die Währungsunion?
Folgen eines griechischen Austritts aus der Eurozone
Gegen linke Krisen-Rhetorik und für eine nüchterne Analyse
(0) „Ökonomische und „politische Abläufe zu unterscheiden, ist
stets höchst gefährlich: zu sehr sind sie in der Gegenwart verflochten.
Doch ist dies auch immer wieder notwendig. Aber es muss gut überlegt
werden. In der Ökonomie geht es unmittelbar um die Abläufe in Produktion
und Verteilung der Lebens-Ressourcen, sozusagen um die
„Primärverteilung ; um Gewinn und Verlust. Politik hat hingegen für die
Gestaltung des allgemein-gesellschaftlichen Rahmens zu sorgen, und
darüber hinaus für vieles Andere. Politik greift stets auch in den
Verteilungsprozess ein, im Sinn einer „Sekundär - oder Umverteilung,
damit das System möglichst rund läuft. Aber es sind Entscheidungen einer
anderen Art und sie werden auch auf andere Weise legitimiert. Und dabei
gibt es immer Alternativen. Nie ist eine Entwicklung mit Notwendigkeit
vorgezeichnet.
(1) Die Debatte um den Euro, um Griechenland und die Finanzkrise
steckt voller journalistischer und undurchdachter Schlagwörter. Und
diese werden nicht selten auch von der Linken aufgegriffen. „Die
Eurozone zerfällt. Was heißt das? Selbst wenn Griechenland, Portugal
und Spanien aus der Währungsunion austreten müssten, zerfällt dadurch
keineswegs die Eurozone. Für Österreich etwa wird sie ihren politischen
Schaden weiter voll entfalten können - es sei denn, die hiesige
Bevölkerung steht dagegen aktiv auf!
(2) Bricht Griechenland aus der Eurozone weg, so passiert für die anderen Wirtschaften ökonomisch zunächst (fast) gar nichts. Auch bei Portugal wäre es nicht anders. Und selbst bei Spanien wären die ökonomischen Auswirkungen für die Anderen begrenzt.
(3) Anders steht es um die politischen Auswirkungen. Der Euro war von Anfang an ein politisches Projekt.
Und im Wesentlichen ein politisches Projekt wäre auch der Ausstieg aus
der Eurozone. Der Ausstieg welchen Landes auch immer wäre ein schwerer politischer
Schlag für die gesamte europäische politische Elite: die nationalen
politischen Klassen vor allem der Kernländer, die Brüsseler Bürokratie,
auch die Eliten der diversen Peripherien in Ost und Süd.
Im Interesse des Nordens
Die Atalanta-Mission führt zur Ausweitung des Kriegs am Horn von Afrika
Die Piratenangriffe auf Schiffe haben sich verdoppelt, die Piraten
sind besser ausgestattet, haben schwerere Waffen und agieren in einem
zehnmal so großen Gebiet: Das sind die Erfolge von fünf Jahren
militärischer Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika.[1] Dennoch
zeichnet sich keine Abkehr von dieser Strategie ab, im Gegenteil: Die
EU-Mission EUNAVFOR Atalanta - eine der zahlreichen Marinemissionen vor
Somalia - geht seit 2008 mit Kriegsschiffen gegen die Piraterie vor. Ihr
Mandat wurde immer wieder verlängert, das Einsatzgebiet ausgeweitet.
Mit dem neuesten Mandat, das der Bundestag am 10. Mai 2012 beschloss,
sollen die Einheiten der Atalanta auch am somalischen Festland gegen
Piraten vorgehen. Zukünftig soll ihre Infrastruktur an Land von
Hubschraubern und Kriegsschiffen aus beschossen und zerstört werden.
Warum die deutsche Regierung diese Erweiterung empfahl, erklärte
Außenminister Westerwelle im Bundestag: „Natürlich behauptet niemand
[...]dass damit die Piraterie so bekämpft ist, dass alles vorbei ist. [...]
Aber eines muss man unseren Soldaten doch einmal sagen: Dass sie die
Piraterie - deren Waffen und Logistik - zwar auf See bekämpfen dürfen -
da dürfen Terror und Gewalt unschädlich gemacht werden -, sobald die
Piraten aber mit ihren Waffen den Strand betreten haben, dabei zusehen
müssen und nichts machen dürfen, das ist absolut unvernünftig. Es ist
richtig, den Piraten den Einsatz von Waffen und Gewalt so weit es geht
zu erschweren. [2]
Kaum war das neue Mandat verabschiedet, meldete Atalanta „Erfolg : Am
15.Mai sei eine Piratenbasis in der Nähe der Ortschaft Haradhere von
einem Hubschrauber aus beschossen worden. Schiffe und andere Ausrüstung
der Piraten seien zerstört worden, Menschen seien nicht zu Schaden
gekommen. Man wollte damit wohl zeigen, dass die Bedenken der Kritiker
des neuen Mandats unbegründet seien.
Preis für MAREDO war berechtigt
Goldene Kamera für herausragende Bekämpfung der Rechte von ArbeiterInnen
Nachdem am Dienstag die ersten Gerichtsverfahren in Frankfurt gegen
normale Beschäftigte angefangen haben und am Freitag den 22.6. der 2.
Kammertermin gegen die Frankfurter MAREDO-Betriebsräte stattfindet, ist
es nun auch in Osnabrück soweit. Am 28.6. ab 12.10 Uhr findet der
zweite Kammertermin für Jacqueline Fiedler, Betriebsratsvorsitzende von
MAREDO Osnabrück, beim Arbeitsgericht Osnabrück, Kollegienwall statt. –
Die NRhZ berichtet seit April über das arbeitnehmer- und
gewerkschaftsfeindliche Verhalten der MAREDO-Chefs (1).
Zur Erinnerung. Nachdem im November 2011 durch eine Nacht- und
Nebelaktion überfallartig fast die komplette Mannschaft von Maredo
Frankfurt Fressgass gekündigt wurde, war es klar, das es nun dem
Betriebsrat Osnabrück auch ans Leder gehen würde.
Man hatte vor 2 Jahren in der Osnabrücker Filiale, mit einer fast
vollständig zusammenstehenden Belegschaft einen Betriebsrat aus dem
Boden gestampft . Man bedachte dabei allerdings nicht, dass man bei
Maredo damit völlig auf Granit beisst , denn egal, welche Forderung der
Betriebsrat für seine Belegschaft und für seine daraus resultierende
Arbeit hatte, Maredo schaltete auf Ignoranz und später auf Druck.
Fast die gesamte Belegschaft bekam im Oktober 2011 (der
BR-Vorsitzende weilte im Ausland) von Maredo-Managern Zahlen
vorgetragen, welche Geldmittel der Betriebsrat angeblich verbraucht
hatte und man zog die Wirtschaflichkeit des Betriebes in Zweifel . Dazu
muss man erwähnen, dass bis zu diesem Zeitpunkt, ausser etwas
Büromaterial, keine Kosten durch den Betriebsrat entstanden waren.
Selbst rechtlich relevante Grundlagenseminare wurden von Maredo nicht
bezahlt.
Keine Befreiung ohne Revolution
Antwort auf den Text der Anarchistischen Gruppe/Räte-kommunist[Inn]en
Wir freuen uns über die Kritik der AG/R
und da eine Debatte nicht nur von Klarheit und Kürze lebt, wollen wir
etwas ausführlicher auf den Text eingehen und die Gelegenheit nutzen,
um einige grundlegende Punkte darzulegen. Für die AG/R mag das wie die
von ihnen kritisierte Selbstbeschäftigung aussehen. Wir halten es für
einen integralen Bestandteil von Theorie und Praxis. Im ersten Teil
unserer Antwort diskutieren wir die von der AG/R unterstellte
Eindimensionalität unserer Betrachtungen der gesellschaftlichen
Zustände im Kapitalismus, ihrer Konsequenzen und unserer
Lösungsansätze. Danach geht es um unsere Organisations- und
Sozialismus-Vorstellungen.
Die AG/R wirft uns reduktionistischen
Ökonomismus vor, wodurch alle anderen Unterdrückungsverhältnisse in
unserer Analyse hintenüber fallen würden. Eigentlich sollte es nach
einem Blick in unser Grundsatzpapier, den die AG/R ja offensichtlich
gewagt hat, mit solchen „Missverständnissen nicht weit sein. Wir
nehmen uns trotzdem die Zeit, einige Dinge noch einmal exemplarisch
auszuführen. Alle Zitate, die wir im Folgenden nicht belegen, stammen,
wen wundert's, aus unserem Grundsatzpapier.
Nein, es ist nicht so, dass wir die
Existenz von Privateigentum für das alleinige Übel in der Welt halten
und schon gar nicht steht so etwas wie Verteilungsgerechtigkeit im
Zentrum unserer Programmatik. AG/R behauptet zwar, „dass es [für
SoL] bereits Sozialismus wäre, wenn das gesellschaftlich erarbeitete
Gesamtprodukt gerechter verteilt würde, wenn vor allem nicht mehr die
KapitalistInnen vom Mehrprodukt profitierten , wir selbst haben so
etwas jedoch nie gesagt.
"Schuldengeplagte Länder bekommen IWF-Behandlung, ein drohender Euro-Kollaps ködert ...
RT-Interview mit Michael Hudson
Übersetzung des Interviews mit Prof.
Michael Hudson bei Russia Today in der Sendung Capital
Account (http://www.youtube.com/watch?v=rGF0gwNc0As) mit Lauren Lyster
am 18.04.2012 mit dem Titel:
Debt-ridden
Countries IMF'd as Euro Collapse threat lures Bailout
Bucks with Michael Hudson
( Schuldengeplagte
Länder bekommen die IWF-Behandlung, während ein
drohender Euro-Kollaps die Bailout-Fans ködert ).
Mit IMF-Behandlung ist die ökonomische Schocktherapie
nach dem sog. „Washingtoner Konsens gemeint.
Deren offizieller geistiger Vater ist Milton Friedman. Ab
den 1960er Jahren wurden Dutzende Länder weltweit mit
demselben zerstörerischen Rezept in Armut und Gewalt
getrieben. Praktisch alle bekannteren Terror-Regimes
wurden aus den USA heraus minutiös und an der kurzen
Leine vorbereitet. (DAS Buch zu diesem Thema ist von
Naomi Klein: „Schockstrategie für 12,- im
Handel!)
Link auf
das Video bei Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=rGF0gwNc0As
Michael Hudson
war schon mehrfach bei Russia Today. Meist ist er bei
„Capital Account , weniger bei „The Big
Picture . Im Intro ein Michael Hudson-Zitat:
„Schulden,
die nicht zurückgezahlt werden können, werden nicht
zurückgezahlt.
Was Washington unter Demokratie versteht in Ägypten und im Iran
Der
US-Imperialismus behauptet, er kämpfe weltweit für Demokratie. Die
Heuchelei wird offensichtlich an der prinzipiell unterschiedlichen
Reaktion Washingtons auf die Wahlen im Iran 2009 und auf den aktuellen
Militärputsch in Ägypten.
Vor fast genau drei Jahren führten die
US-Regierung und die Medien als Reaktion auf die Wahlen im Iran eine
erbitterte Propagandakampagne. Sie behaupteten damals, das Wahlergebnis
sei ein Betrug, um den herrschenden Präsidenten Mahmoud Ahmadinedschad
an der Macht zu halten.
Für den Vorwurf massiven Wahlbetrugs gab
es keine glaubwürdigen Beweise, aber das war auch gar nicht wichtig.
Hauptsache, die amerikanische Propagandamaschinerie kam erst einmal ins
Rollen. Die Behauptungen des geschlagenen Oppositionskandidaten Mir
Hossein Musawi und der „Grünen Bewegung“, die ihn unterstützte, wurden
als Tatsache hingestellt und weiterverbreitet.
Hochrechnungen und
Stimmenzählungen ergaben, dass Ahmadinedschad über sechzig Prozent der
Stimmen erhalten hatte; seinen stärksten Rückhalt fand er bei der
Arbeiterklasse und der armen Landbevölkerung. Diese fürchtete, dass ihr
Lebensstandard, der bereits durch hohe Arbeitslosigkeit und schwere
Inflation geschmälert wurde, unter Musawi noch weiter sinken würde, denn
dieser hatte im Wahlkampf angekündigt, die Sozialausgaben stark zu
kürzen.
Merkel schlägt zu!
Die rohe faschistische Gewalt steigert sich tagtäglich in Griechenland.
Am Sonntag den 17. Juni, nachdem die Wahlresultate bekannt geworden
waren, überfielen kurz nach 23 Uhr, 20 bis 40 Faschisten der „Goldenen
Morgenröte , Chrissi Avji) einen Informationsstand des Syriza in Piräus,
wo eben Sympathisanten und Mitglieder von Syriza versammelt waren (1).
Die Faschisten waren, wie die Hell´s Angels, auf ihren üblichen
Motorrädern herangekommen, stellten sich vor das Zelt und begannen, die
Leute anzubrüllen. Alle in Kampfmontur, mit Helmen, etliche von ihnen
vermummt (1).
Dann gingen sie drohend auf die Versammelten los, wie ein Betroffener
gegenüber To Vima aussagte (2) Ein Syriza-Stadtverordneter von Piräus,
Jannis Kardaras, versuchte, die Gemüter zu beschwichtigen.
Das kam ihm teuer zu stehen. Von einem vermummten Angehörigen der
Goldenen Morgenröte wurde er, wie Zeugen bestätigen können, auf den
Kopf geschlagen, er fiel nieder (1) und wurde ohnmächtig (3).
Es war ein sehr heftiger Schlag, und der Stadtverordnete wurde darauf
ins Krankenhaus gebracht, berichtet die Syriza nahestehende Tageszeitung
I Avji („Die Morgenröte ) (1)
Darüber hinaus wird bezeugt, daß die Polizei erst dann eintraf, als die
Angreifer bereits abgezogen waren, und dies obwohl sich die
Polizeistation in unmittelbarer Nähe des Syriza-Zeltes befand, worauf
Avji besonders hinweist (1).
Neue Memoranden - Regierung für Griechenland
Die Wahlen zum griechischen
Parlament vom 17.6., die notwendig waren, da die Wahlen vom 6. Mai zu keiner Regierungsbildung
der Parteien geführt hatten, brachten nicht unerwartet den „Sieg der
rechtsbürgerlichen Nea Dimokratia (ND) mit 29,7% (gegenüber 18,9% vom 6.5.), da
die Linksallianz SYRIZA zwar von 16,8% (6.5.) auf 26,9% zulegte, aber damit
wieder nur zweitstärkste Partei blieb.
Damit gehen die für die
Regierungsbildung entscheidenden 50 „Extra -Sitze im Parlament an die nun
führende Memoranden-Partei ND, die allerdings auf eine Koalitionsregierung mit
der stark abgesackten und diskreditierten ex-sozialdemokratischen PASOK, die
mit 12,3% (- 0,9%) noch einmal drittstärkste Partei wurde, angewiesen ist. An
der Regierung wird DIMAR, die Rechtsabspaltung der SYN-Partei, dem Hauptträger
von SYRIZA, beteiligt sein. DIMAR erreichte 6,3% (+ 0,2%) und liegt damit auf
dem sechsten Rang. DIMAR übernimmt damit zum ersten Mal offen Verantwortung für
die Memoranden-Politik. Den vierten Platz erreichten mit 7,5% (- 3,1) wieder die
„Unabhängigen Griechen , eine Abspaltung von ND, die die Unterstützung der
Memoranden-Politik verweigert.
Auf Platz 5 liegen nun die neonazistischen
Hitler-Nostalgiker von Chrysi Avgi („Goldene Morgenröte - GM) mit 6.9% (-
0,1). Die Stabilisierung der Neonazis ist umso bemerkenswerter, als ihr
Terrorcharakter in den Wochen nach dem 6.5. mit gezielten Messerstecher- und
Schlägerangriffen auf Immigranten und linke Politiker/innen vor den Augen der
gesamten Öffentlichkeit deutlich wurde und niemand mehr behaupten kann, die
Wähler/innen wüssten nicht, wofür sie da stimmen. Die dauerhafte Invasion der
Neonazis im griechischen Parlament, aber mit ihren fast täglichen Terrorakten
auf den Straßen Athens und ganz Griechenlands auch im gesellschaftlichen Leben,
ist das markanteste Resultat der beiden Wahlen. Die KPG (KKE) kam auf nur noch
4,5% und verlor damit 4% gegenüber den Mai-Wahlen. Alle Parteien, die im Mai
unter der 3% - Marke gelegen hatten, hatten nun stärkere Einbußen und wurden
für den Wahlausgang fast unbedeutend, darunter LAOS mit 1,6% (- 1,3), „Dimourgia
Xana mit 1,6% (- 0,6), die „Grünen Ökologen mit 0,9% (- 2,0) und ANTARSYA mit
0,33% (- 0,9). Die abgegebenen gültigen Stimmen lagen mit 61,5% (- 1,2) noch
einmal deutlich niedriger als je zuvor.
Das U.S. AFRICOM setzt seine imperialistische Agenda um
Die britische Zeitung The Guardian hat eine kritische
Einschätzung des in Stuttgart angesiedelten U.S. AFRICOM veröffentlicht, zu der sich deutsche
Mainstream-Medien bisher leider noch nicht
durchringen konnten.
Nach der
erfolgreichen Zerschlagung Libyens können die USA ihre militärischen Ambitionen in Afrika fast ungehindert realisieren
Je
weniger sie von uns sehen, desto weniger werden sie uns ablehnen. Das
sagte der britische General Frederick Roberts während des Englisch-Afghanischen
Krieges in den Jahren 1878-80 und beschrieb
damit eine Politik der Kollaboration mit afghanischen Stammesführern, die ihre Stämme für das Empire
kontrollierten.
Die so genannte indirekte Herrschaft war lange
das Erfolgsrezept des britischen Weltreichs, das größtenteils nicht von
britischen Soldaten, sondern von Kolonialtruppen erobert wurde, die in
bereits ins Empire eingegliederten Ländern rekrutiert wurden. Man versuchte immer, die
schmutzige Kontrolle über das Empire so auszuüben, dass möglichst wenig weißes Blut
vergossen werden musste.
In den letzten Jahren hat man sich wieder an diese Praxis
erinnert. Die hohen Verluste der Truppen westlicher Staaten im Irak und in
Afghanistan haben die Politiker wieder gelehrt, dass Kolonialkriege, in denen ihre eigenen Soldaten
getötet werden, zuhause wenig Zustimmung
finden. In beiden Fällen brachten oder bringen die USA und Großbritannien ihre Soldaten in Sicherheit und lassen die Gegner der
zur Wahrung ihrer Interessen errichteten neuen Regime von einheimischen
Hilfsarmeen umbringen, (die sie ausgebildet und ausgerüstet haben und) die ihnen (deshalb) gehorchen.
Das wird jetzt
auch in Afrika versucht.
Die RevolutionärInnen und die Frage der "linken Regierung"
Die Wahlen vom 6. Mai haben gezeigt, dass die überwiegende
Mehrheit der griechischen Bevölkerung gegen die brutalen Sparprogramme
der Troika (die EU, der IWF und die EZB) und der wichtigsten Parteien
der Bourgeoisie sind.
Der Untergang der traditionellen Parteien hat
überwiegend Syriza genutzt: Eine linksreformistische Koalition, deren
wichtigster Teil Synaspismos ist - eine alte, aus einer Spaltung der
Kommunistischen Partei hervorgegangenen Formation, die gemeinsam mit
anderen recycelten Kommunistischen Parteien wie der deutschen
Linkspartei, der spanischen Izquierda Unida und der französischen
Kommunistische Partei, die sogenannte Europäische Linke ausmacht. Syriza
konnte ihren Stimmenanteil vervierfachen, wurde zur zweitwichtigsten
Kraft nach den Wahlen und eröffnete eine bedeutende politische Krise,
als sie sich weigerte, eine Regierung mit der sozialdemokratischen PASOK
und der konservativen Nea Dimokratia zu bilden. Das eröffnete den Weg
zu den Neuwahlen vom 17. Juni.
Das rasante Wachstum der Stimmen für Syriza ist der Gipfel einer
tiefen gesellschaftspolitischen Polarisierung. Es ist Ausdruck von drei
Jahren Anpassungsmaßnahmen und Rettungen sowie von fünf Jahren
wirtschaftlicher Rezession in deren Folge. Das alles im Rahmen einer
beispiellosen sozialen Krise und eines permanenten Widerstands der
ArbeiterInnen, Jugend und verarmten Massen. Die andere Seite dieses
Polarisierungsprozesses auf der elektoralen Ebene war der der
rechtsextremen Neonazipartei Goldene Morgenröte , die im Zuge von
wachsenden rassistischen Ressentiments die xenophob-nationalistische
Karte ausspielte.
Nach einem CNN-Bericht hat das US-Militär seine Planung für ein Eingreifen in Syrien abgeschlossen
Nach
einem Bericht des US-TV-Senders CNN haben die US-Streitkräfte ihre Planung für ein militärisches Eingreifen in Syrien bereits
abgeschlossen.
Das US-Militär hat die Planung verschiedener
US-Militäroperationen gegen Syrien - einschließlich der Unterstützung von Nachbarstaaten - für den Fall, dass der
Befehl dazu erteilt wird - bereits abgeschlossen; das hat (der US-TV-Sender) CNN
berichtet.
Die Vereinten Nationen haben Anfang dieser Woche erklärt, in Syrien herrsche bereits Bürgerkrieg; in den monatelangen Kämpfen zwischen pro-demokratischen Syrern und der Armee das Präsidenten Bashar Assad seien bereits 14.000 Menschen getötet worden.
Jordanien ist in großer Sorge, dass sich die Unruhen über die gemeinsame Grenze mit Syrien hinweg ausbreiten könnten, und dass der Zusammenbruch des Assad-Regimes ein massives Ansteigen des Flüchtlingsstroms aus Syrien bewirken würde. Obwoh lzwischen Jordanien und den US-Marineinfanteristen und jordanische Soldaten haben Anfang Mai im Manöver Eager Lion in Akaba das Abseilen aus Kampfhubschraubern geübt
USA kein formelles Verteidigungsabkommen besteht, haben die USA angeboten, Jordanien zu unterstützen, falls es das wünsche; das hat ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums CNN mitgeteilt.
Nach CNN-Angaben hat das US-Militär folgende Maßnahmen geplant:
Die Errichtung einer Flugverbotszone,
die Vorbereitung des jordanischen Militärs auf Situationen, die Jordanien destabilisieren könnten,
die Beratung Jordaniens bei der Einrichtung von Flüchtlingslagern,
die Überwachung syrischer Lager für chemische und biologische Waffen rund um die Uhr.
Ägyptische Junta errichtet Militärdiktatur
Der
ägyptische Oberste Militärrat (Surpreme Council of the Armed Forces,
SCAF) hat am Sonntagabend mit einem Verfassungserlass den Putsch
vollendet, den er letzte Woche begonnen hatte, und eine Militärdiktatur
errichtet.
Nur zwei Tage vor der Stichwahl um die ägyptische
Präsidentschaft löste die Junta, die von den USA unterstützt wird, das
von Islamisten dominierte Parlament und die verfassungsgebende
Versammlung auf, die die Aufgabe hatte, eine neue Verfassung zu
erarbeiten.
Der Verfassungserlass ist ein Zusatzartikel zu der
Verfassungserklärung vom 30. März 2011, die vom Militär entworfen wurde.
Mit ihm kontrolliert der Militärrat jetzt das gesamte politische
Geschehen Ägyptens.
Artikel 56 des Erlasses überträgt, bis ein
neues Parlament gewählt ist, alle Haushalts und Gesetzgebungsbefugnisse
an die Junta. Artikel 60B erlaubt es den Generälen, die Zusammensetzung
der verfassungsgebenden Versammlung zu bestimmen und den Entwurf einer
neuen Verfassung zu kontrollieren.
Artikel 53 weitet den
wirtschaftlichen und politischen Einfluss des Militärs noch mehr aus. Er
verfügt, dass der Militärrat über dem Gesetz steht, und festigt die
Kontrolle des Militärs über alle künftigen Regierungen und auch über den
Präsidenten.
Er führt aus, dass “die amtierenden Mitglieder des
SCAF für alle Entscheidungen in Fragen der Streitkräfte verantwortlich
sind, darunter die Ernennung ihrer Kommandanten und die Verlängerung
ihrer Amtszeiten. Der derzeitige Vorsitzende des SCAF wird als
Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Verteidigungsminister agieren, bis
eine neue Verfassung angenommen ist.“
Wenn sie uns vorsterben wollten... Zur Gauck-Rede an der Hamburger Bundeswehrakademie
Ist Herr Gauck noch recht bei
Troste? Oder ist das alles kalkuliert?
„Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.
(Heinrich Heine „Deutschland ein
Wintermärchen )
Herr Gauck hat in Hamburg an der
Bundeswehrakademie den Satz von sich gegeben: „Daß es wieder deutsche Gefallene
gibt, ist für unsere glückssüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen. Und in
Verbindung damit warf er uns Glückssuchtverseuchten gleich auch dieses noch
vor: „Hedonismus , also das „Verlangen nach Sinneslust (so die
DUDEN-Definition).
In der Tat: human gebliebene
Menschen ertragen das Unglück anderer Mitmenschen schwer, und staatlich
verordneten Tod (dem die Tötung anderer Menschen womöglich vorausging) noch
weniger. Diese Ablehnung von Unglück und Tod stellt die Reaktion
empathiefähiger Mitmenschen dar, die Reaktion beziehungsfähiger Menschen, die
Reaktion von Menschen, denen das Weiterleben anderer Menschen noch etwas
bedeutet, denen Frieden etwas bedeutet und Mitmenschlichkeit. Aber man faßt es
nicht: diese Menschen finden sich bei Gauck als „glückssüchtige Menschen
etikettiert. Noch einmal gefragt: ist dieser Herr noch bei Sinnen? Oder
verfolgt er bereits sehr genau berechnete Zwecke? Doch der Reihe nach:
Erstens:
Wer die Glückssuche und das Glücksbedürfnis von Menschen - oder einer
ganzen Gesellschaft - als „Sucht qualifiziert, pathologisiert diese
Suche und dieses Bedürfnis. Der Begriff der „Sucht stellt diese Verlangen des
Menschen nach Glück auf eine Stufe mit Abhängigkeiten von Alkohol und Heroin,
er macht aus diesen Bedürfnissen einen Krankheitsfall für die Psychiatrie.
Amerikanisch-israelischer Krieg gegen Iran: Der Mythos vom begrenzten Waffengang
Washington und Tel Aviv glauben,
daß ihr geplanter Angriff auf Iran ein „begrenzter Krieg sein würde mit einer
begrenzten Zahl von Zielen und einer
Dauer von wenigen Tagen oder Wochen - ohne ernste Konsequenzen.
Einführung
Die wachsende Gefahr eines amerikanisch-israelischen Militärschlags auf Iran beruht auf verschiedenen Faktoren:
1. Die jüngste Geschichte der militärischen Aktionen beider Länder in der Region
2. öffentliche Erklärungen amerikanischer und israelischer Politiker
3. jüngste und laufende Operationen gegen Libanon und Syrien, wichtige Verbündete Irans
4. Ermordungen von iranischen Wissenschaftlern und Sicherheitskräften durch terroristische Gruppen im Auftrag von Mossad und CIA
5. der Fehlschlag ökonomischer Sanktionen und diplomatischer Zwangsmaßnahmen
6. eskalierende
Hysterie und extreme Forderungen an Iran zur Beendigung der ihm rechtlich
zustehenden Uran-Anreicherung zu zivilen Zwecken
7. provokative
Militär-„Übungen an der Grenze zu Iran und Kriegsspiele, die der
Einschüchterung dienen, sowie eine Generalprobe für einen präventiven Angriff
8. mächtige Gruppen von
Kriegsbefürwortern in Washington und Tel Aviv, einschließlich der größeren
israelischen Parteien und der einflußreichen AIPAC (American Israel Public
Affairs Committee) in den USA, und schließlich
9. der „National
Defense Authorization Act (http://mycatbirdseat.com/2012/04/us-israel-war-on-iran-the-myth-of-limited-warfare/) (Obamas Orwell'scher
Notstands-Erlaß vom 16. März 2012)
Griechenland: Knapper Wahlsieg der Konservativen
Die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) liegt bei den gestrigen Parlamentswahlen in Griechenland knapp vor Syriza.
ND
gewann 30 Prozent der Stimmen, Syriza lag mit 26,5 Prozent auf dem
zweiten Platz. Sie konnte hauptsächlich durch ihre Kritik an den
Sparmaßnahmen, die das von der Troika aus Europäischer Union (EU),
Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB)
diktierte Memorandum vorschreibt, Stimmen gewinnen.
Nun beginnen
heftige Verhandlungen über die Bildung einer Koalitionsregierung. Laut
den meisten Beobachtern wird innerhalb von 48 Stunden ein Ergebnis
erwartet. Die EU fordert die Einhaltung der wichtigsten Bedingungen für
das griechische Rettungspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro. Diese
Bedingungen haben bereits zu verheerenden Sozialkürzungen geführt und
die Wirtschaft des Landes zerstört.
Während des Wahlkampfs hatte
die EU gedroht, ihre Zahlungen an Griechenland einzustellen, wenn es
sich den Bedingungen des Rettungspaketes widersetze. Die Folgen wären
entweder ein Zusammenbruch des griechischen Finanzsystems, oder die
Wiedereinführung einer eigenen Währung, um die Banken zu refinanzieren.
Regierungsvertreter erklärten letzte Woche, das Land werde am 20. Juli
nicht in der Lage sein, die Renten und Gehälter für den öffentlichen
Dienst zu zahlen, wenn es nicht eine weitere Milliarde Euro aus dem
Rettungspaket erhielte.
Trotz dieser Erpressungsversuche gegen
die griechische Arbeiterklasse ist der Stimmenanteil von Syriza von 16,7
Prozent bei der letzten Wahl vor einem Monat um zehn Prozent gestiegen.
Es
ist mathematisch möglich, dass Nea Dimokratia nur mit den Parteien der
Anhänger des Memorandums eine Koalitionsregierung bildet. Parteichef
Antonis Samaras sagte, die Griechen hätten dafür gestimmt, im Euro zu
bleiben, und forderte eine „Regierung zur Rettung der Nation.“
"Wer Folter befürwortet, foltert mit!" Deswegen: Folterbefürworter müssen öffentlich benannt und kenntlich gemacht werden.
gehe zu: Denn sie wissen, was sie tun
