Linke Zeitung
AFRICOM´s imperiale Agenda auf dem Vormarsch
Der
Neokolonialismus der Vereinigten Staaten von Amerika
unterscheidet sich in vielfacher Beziehung nicht
besonders vom alten europäischen Kolonialismus. Das Ziel
der amerikanischen Politik in Afrika ist es, afrikanische
Staaten zu schwarzen Gunga-Dins zu machen, welche „in
den kommenden kolonialen Kriegen gegen Afrika für die
Interessen des Westens kämpfen und sterben.
Das
Afrika-Kommando der Vereinigten Staaten von Amerika hat
bereits immensen Einfluss auf afrikanische Militärs.
Vierzehn größere gemeinsame militärische Übungen
zwischen AFRICOM und afrikanischen Staaten sollen heuer
noch stattfinden.
„Die
Mächte des Westens greifen zu militärischer Gewalt, um
den Einfluss zurückzugewinnen, die sie seinerzeit durch
das finanzielle Monopol errungen hatten.
„Je
weniger sie von uns sehen, desto weniger werden sie uns
ablehnen. Das sagte Frederick Roberts, britischer
General im Anglo-Afghanischen Krieg 1878-80, in dem er
eine Politik in die Wege leitete, welche afghanische
Anführer kooptierte, um die Kontrolle über ihre Leute
im Interesse des Empires auszuüben.
„Indirekte
Herrschaft, wie das genannt wurde, wurde lange als
Angelpunkt des britischen imperialen Erfolgs betrachtet,
und riesige Landstriche dieses Reichs wurden nicht von
britischen Soldaten erobert, sondern von Soldaten, die
anderswo im Empire rekrutiert worden waren. Es wurde
immer gehofft, dass die dreckige Arbeit der imperialen
Herrschaft geleistet werden konnte, ohne zu viel Blut des
weißen Mannes zu vergießen.
Zündeln am syrischen Pulverfass
Das
Außenministertreffen, das vom UN-Gesandten Kofi Annan für Samstag in
Genf einberufen wurde, wird offiziell als letzte Möglichkeit bezeichnet,
die weitere Eskalation des Blutvergießens in Syrien zu stoppen. In
Wahrheit aber wird es nur den Weg für noch intensivere Forderungen nach
einem Regimewechsel durch Washington und seine Verbündeten ebnen.
Vor
dem Treffen haben sich US-Außenministerin Hillary Clinton und andere
westliche Politiker zu Annans Bemühungen überaus optimistisch geäußert
und darauf hingewiesen, dass Russland, das sich bisher ausländischem
Eingreifen in Syrien widersetzt hat, seine Haltung geändert habe und
sich nun auch für die Absetzung von Präsident Baschar al-Assad
ausspreche.
Russland Außenminister Sergej Lawrow wies diese
Behauptungen am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Tunesien zurück.
“Wir haben bisher kein ausländisches Eingreifen unterstützt und werden
das auch weiterhin nicht tun”, sagte er und fügte hinzu: “Dies gilt auch
für das Schicksal von Baschar al-Assad.”
Zweifellos spielt
Washington ein doppeltes Spiel. Einerseits versucht es, soviel Druck wie
möglich auf Moskau auszuüben, damit es sich einer imperialistischen
Intervention in Syrien fügt. Andererseits bereitet es eine weitere
Propagandakampagne vor. Sie zielt diesmal darauf ab, Russland als
Hindernis im “Friedensprozess” darzustellen – sogar angesichts einer
dramatischen Eskalation des nicht gerade im Geheimen geführten Krieges
der USA und ihrer Verbündeten.
In Syrien hat dieser Krieg immer
mörderischere Formen angenommen. Eine Welle von Terroranschlägen fand in
und um Damaskus statt. Am Donnerstag explodierten Bomben vor dem
Justizpalast in der Innenstadt von Damaskus und vor einer Polizeiwache.
Tags
zuvor hatten Rebellen eine Fernsehstation in einem Vorort von Damaskus
angegriffen. Sie verwüsteten die Büros und Studios, bevor sie sie in
Brand setzten und in die Luft jagten. Sie richteten sieben Journalisten
und Sicherheitsmitarbeiter hin, die gefesselt, auf die Knie gezwungen
und dann eiskalt erschossen wurden.
"Netanjahu hat sich entschieden, den Iran vor den US-Präsidentschaftswahlen im November ...
Der
israelische Premierminister Benjamin Netanjahu soll bereits beschlossen haben,
den Iran noch vor den
US-Präsidentschaftswahlen angreifen zu lassen.
Ein führender israelischer Offizieller hat gegenüber der
Nachrichtenagentur Reuters bestätigt, dass
Premierminister Benjamin Netanjahu beschlossen hat, den Iran noch vor den
US-Wahlen im November anzugreifen .
(s. Haaretz, 23. Juni 2012, ganzer Artikel s. http:// (http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/u-s-blog-business-insider-u-s-israel-continue-preparations-for-strike-on-iran-nuclear-facilities-1.443375)
www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/u-s-blog-business-insider-u-s-israel-continue- (http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/u-s-blog-business-insider-u-s-israel-continue-preparations-for-strike-on-iran-nuclear-facilities-1.443375)preparations-for-strike-on-iran-nuclear-facilities-1.443375 (http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/u-s-blog-business-insider-u-s-israel-continue-preparations-for-strike-on-iran-nuclear-facilities-1.443375)
)
Dabei
will Netanjahu nicht nur die iranischen Atomanlagen zerstören, gleichzeitig
möchte er die politische Landschaft in den
USA und Israel durch einen starken Rechtsruck total verändern und freie Bahn für religiöse
Fundamentalisten schaffen.
Sheldon
Adelson (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Sheldon_Adelson (http://de.wikipedia.org/wiki/Sheldon_Adelson)
), Netanjahus wichtigster Bündnispartner (in den USA), unterstützt auch Mitt Romney, und beide
glauben, dass sie durch einen israelischen
Angriff auf den Iran im
September oder Oktober nicht nur Obama schlagen und viele Kriegsgegner unter
den Demokraten aus dem Kongress werfen, sondern auch ein Regime von
Kriegsbefürwortern in Washington errichten können.
Israel hatte sich bereit erklärt, mit einem Angriff auf
den Iran bis nach den gegenwärtig laufenden fünf Gesprächen zu warten, die
zwischen den P5+1 (den fünf UN-Vetomächten und der Bundesrepublik Deutschland) und dem Iran laufen
und Ende Juli, Anfang August enden werden.
(Im Originaltext folgen jetzt zusammenfassende Auszüge aus
einem Artikel auf der USWebsite BUSINESS INSIDER, der unter http://www.businessinsider.com/preparations-for- (http://www.businessinsider.com/preparations-for-possible-us-israeli-attack-on-iran-2012-6)possible-us-israeli-attack-on-iran-2012-6 (http://www.businessinsider.com/preparations-for-possible-us-israeli-attack-on-iran-2012-6)
aufzurufen ist. Wir haben stattdessen ungekürzte Auszüge übersetzt, die wir direkt aus dem Website-Artikel
übernommen haben. Sie wurden in eckigen
Klammern auch in den Originaltext eingefügt.)
Kritik der Profiteure statt Kapitalismuskritik Empörte, Occupy, Banken in die Schranken
Eine
Reihe von Protesten hat sich im letzten Jahr ereignet. In Spanien und
Frankreich haben sich „die Empörten aufgestellt, in New York,
Frankfurt und anderswo Anhänger der Occupy-Bewegung Finanzplätze
besetzt.
Occupy-Mitstreiter*innen
betonen, dass Occupy eine für alle offene Bewegung sei, die sich auf
kein bestimmtes Programm festlegen lasse, weshalb Einzelne aus ihr
auch nicht für die Gesamtbewegung sprechen könnten. Deshalb meinen
manche, dass man nicht über „die Occupy-Bewegung reden könne.
Andererseits gibt es gemeinsame Manifeste oder Leute, die sich als
Anhänger öffentlich äußern und Demoplakate mit konkreten
Inhalten. In der vorgetragenen Kritik sind uns Gemeinsamkeiten
aufgefallen, die wir thematisieren wollen.1
Dass es auch andere gibt, ist sicherlich der Fall und stört uns auch
gar nicht weiter, schließlich wollen wir nur die Standpunkte
kritisieren, an denen uns Mängel aufgefallen sind und die verbreitet
sind, nicht einfach „alle . Ferner gehen wir im Text auf
verschiedene Krisenproteste ein - also auch auf andere als
Occupy-Bewegte - weil uns bei den verschiedenen Protesten
Ähnlichkeiten in der Kritik, die sie formulieren, aufgefallen sind.
Weiter
unten wird im Text noch einmal auf die generelle Idee einer offenen
Bewegung, die für kein bestimmtes Interesse streiten will,
eingegangen werden.
Zum
M31 haben antikapitalistische Gruppen mobilisiert. Teile dieser
Gruppen haben auch zum Blockupy-Wochenende in Frankfurt mobilisiert.
Die folgenden Kritiken sind nicht auf diese Gruppen bezogen. Andere
Gruppen, die ebenfalls beim Blockupy-Wochenende mitgemacht haben,
trifft die Kritik bestimmt.
Nahost vor dem großen Krieg?
Der Ernst der Lage ist immer zu erkennen an der Anzahl und
Dichte der Konferenzen, die zur Lösung des Problems abgehalten werden. Und da
liegen Syrien und Euroland einsam an der Spitze.
Den hoffnungsvollen Ansatz des Annan-Planes haben die
Betreiber der Eskalation in Washington und den arabischen Monarchien genutzt,
um die Opposition massiv aufzurüsten. Man hat Zeit gewonnen und sie genutzt. So
schreibt Rainer Herrmann, der Nahost-Korrespondent der FAZ am 17.6, dass es
unter militärischen Beobachtern unbestritten sei, das die Rebellen die
Waffenruhe genutzt hatten, „um sich neu zu organisieren und mit Waffen zu
versorgen .
Syrien versinkt im Bürgerkrieg. Und den Kriegstreibern in
Washington ist es egal, ob der gesamte Nahe Osten explodiert und im Blut
ersäuft. Immer mehr werden der Libanon und die Türkei in Mitleidenschaft
gezogen. Im Libanon führt die innere Schwäche des Staates dazu, dass sich die
Bevölkerung in Gegner und Unterstützer Assads spaltet und die verschiedenen
Lager sich zu bekämpfen beginnen. Das kann auch in anderen arabischen Staaten
geschehen, auch wenn dort der Anteil von Syrern an der Bevölkerung nicht so
hoch ist wie im Libanon.
Die Motive der Türkei sind unklar. Höchst fahrlässig war in
der angespannten Lage die Verletzung des syrischen Luftraumes durch ein
türkisches Kampfflugzeug.
An ein Versehen zu glauben, fällt schwer. Schließlich
handelt es sich auf beiden Seiten um erfahrene Militärs, die mit Sicherheit den
Ernst der Lage einzuschätzen wissen und alles daran setzen werden, eine
Eskalation zu verhindern, wenn man sie denn vermeiden will. Trotzdem können
Fehler und unüberlegte Handlungen geschehen. Die ersten Reaktionen der Türkei,
die auf Besänftigung ausgelegt waren, legten ein Versehen nahe.
Nach der Inflationsenteignung des Mr. DAX wieder auf Start?
Die These von Dirk Müller, auch bekannt als Mr. DAX, des Neubeginns der Weltwirtschaft nach der Inflationsenteignung ist zwar bestechend und die realistischste bürgerliche These, nur sie wird an der Kapitalzusammensetzung scheitern.
Er geht davon aus, dass 2012 (http://www.format.at/articles/1220/526/328135/halte-inflation-prozent) schon eine Inflation von 9% möglich sein wird, womit er wahrscheinlich auch Recht behalten wird. Deutschland (index.php?option=com_content task=view id=13491 Itemid=36) schummelt sich die Inflationsrate mit hedonischen Tricks und falscher Gewichtung schön, weshalb man schon davon ausgehen kann, dass die Inflationsrate diesen Wert erreicht. Alleine die Inflationsrate der Verbraucher hat schon 2008 nach dem Statistikerprofessor Hans Wolfgang Brachinger (http://www.google.de/imgres?um=1 hl=de lr=lang_de sa=N biw=1440 bih=651 tbs=lr:lang_1de tbm=isch tbnid=EjrfggpuGQDf1M: imgrefurl=http://www.stern.de/wirtschaft/immobilien/inflation-das-volk-hat-nicht-geirrt-608128.html docid=2MHUn5TaODChtM imgurl=http://d) bei 8,6 Prozent gelegen.
„Im Laufe von Jahrzehnten sammelt sich die Masse des Geldes bei Wenigen an und bei Vielen die Schulden, die alle paar Jahrzehnte die Zinsen nicht mehr aufbringen können. Dann kommt es zu einer „Neutralisierung der Schulden und Guthaben über z.B. eine Inflation und alle haben dann das Gleiche, nämlich Null, und das Schneeballsystem beginnt wieder von Neuem.
(Sinngemäß aus Was, wenn der Finanz-Crash kommt (http://www.youtube.com/watch?v=OYA59QTiVCs) - Schuldgeldsystem bei 15:15)
Große Mehrheit für ESM und Fiskalpakt
Mit
einer Zwei-Drittel-Mehrheit von 491 zu 111 Stimmen bei sechs
Enthaltungen stimmte gestern Abend der deutsche Bundestag dem
europäischen Fiskalpakt zu. Für den Europäischen Stabilitätsmechanismus
(ESM) stimmten sogar 493 Abgeordnete. Beide Finanzmaßnahmen beinhalten
massive Angriffe auf die europäische Bevölkerung.
Die
Bundesregierung aus CDU, CSU und FDP wurde bei der Abstimmung von der
Mehrheit der SPD und der Grünen unterstützt. In der Regierungskoalition
gab es nur wenige Abweichler. Als einzige Fraktion stimmte die
Linkspartei gegen die Vorhaben.
Das klare Ergebnis zeugt von der
breiten Zustimmung der wirtschaftlichen und politischen Führungsschicht
zur europäischen Fiskalunion. Formulierten Sozialdemokraten und Grüne
auch vage Forderungen nach Wachstumsimpulsen, stimmten sie doch
mehrheitlich der eisernen Haushaltsdisziplin und der Kontrolle der
nationalen Haushalte durch die EU-Institutionen zu.
Fiskalpakt
und ESM, die Anfang des Jahres von den Regierungschefs der Euro-Länder
beschlossen worden waren, sind die wichtigsten Instrumente, um in ganz
Europa eine soziale Konterrevolution nach griechischem Vorbild
durchzusetzen. Die deutsche Elite erhofft sich dadurch, nicht nur in
Deutschland weitere Sozialkürzungen durchsetzen zu können, sondern ganz
Europa in eine billige Werkbank der deutschen Industrie zu verwandeln.
Mit
dem Fiskalpakt verpflichten sich die unterzeichnenden Länder dazu, eine
Schuldenbremse in der eigenen Verfassung festzuschreiben. Über eine von
der Europäischen Kommission festzusetzenden Periode müssen die Länder
ihre Haushalte ausgleichen oder einen Überschuss aufweisen, sowie ihre
Schulden reduzieren. Zudem muss in die Verfassung ein automatischer
Korrekturmechanismus festgeschrieben werden.
Damit ist die
staatliche Haushaltssouveränität gerade in den höher verschuldeten
Ländern de facto abgeschafft. Denn mit der Unterzeichnung erkennen die
Länder die Zuständigkeit des Europäischen Gerichtshofs an und
verpflichten sich, über Verstöße unmittelbar die EU-Kommission sowie dem
Europäischen Rat Bericht zu erstatten und Maßnahmen zur Korrektur
vorzuschlagen. Deren Umsetzung wird dann durch die EU-Institutionen
regelmäßig überwacht.
Berlin: Senioren besetzen Haus
Die Seniorenfreizeitstätte Stille Straße in Pankow soll schließen. Die
Renter_innen wollen sich das nicht bieten lassen - und besetzen
kurzerhand ihr Haus.
Pankow beweist: Das Besetzen beherrschen nicht nur die Jungen.
Die
vornehme Villengegend im nördlichen Pankow liegt verschlafen da, die
Stille Straße macht ihrem Namen alle Ehre. In einem Häuschen, in dessen
gepflegtem Garten Apfelbäume stehen, sitzt Doris Syrbe an einem Tisch
mit Häkeldeckchen. Die 72-Jährige ist Vorsitzende der
Seniorenfreizeitstätte im Haus. Syrbe, kurze dunkelrot gefärbte Haare,
eine schmale goldene Uhr ums Handgelenk, holt tief Luft und ballt die
Fäuste. „Wir werden , sagt sie und klingt sehr entschlossen, „dieses
Haus im Laufe des Nachmittags besetzen.
Den Klub, wie die 60
bis 90 Jahre alten Mitglieder ihre Freizeitstätte nennen, gibt es seit
mehr als 15 Jahren. Skat- und Schachrunden werden angeboten, Gymnastik-
und Wandergruppen, Englisch- und Französischunterricht. Organisiert wird
das Ganze ehrenamtlich - der Bezirk stellt für rund 50.000 Euro
jährlich das Gebäude.
Mitte März jedoch wurde in Pankow ein
Haushalt mit drastischen Kürzungen beschlossen, die für die Stille
Straße das Aus bedeuteten. Seitdem, sagt Syrbe, kämpften die mehr als
300 Mitglieder für den Erhalt ihrer Gemeinschaft - bisher vergebens. An
diesem Samstag soll die Freizeitstätte geschlossen werden. Deshalb, sagt
Syrbe, griffen sie nun zu Mitteln, die in ihrer Altersklasse eher
ungewöhnlich sind: „Was die Jungen können, können wir auch.
Ein
paar Minuten später versammeln sich rund 40 SeniorInnen, sorgfältig
sommerlich gekleidet, vor dem Haus. Einige recken kämpferisch
Schlafsäcke in die Höhe, sie rollen ein blaues Banner aus, auf das mit
roter Farbe und in ordentlichen Buchstaben „Dieses Haus ist besetzt!
gemalt wurde. „Wir bleiben hier! Wir bleiben hier! , skandieren sie. Ein
Van fährt vorbei. „Huch , sagt eine etwa 80 Jahre alte Frau. „Jetzt
dachte ich schon, die Polizei kommt.
Kann die Welt Washingtons Überheblichkeit überleben?
Als Präsident Reagan mich zum Staatssekretär für
Wirtschaftspolitik im Finanzministerium bestellte, sagte er zu mir, dass wir
die Wirtschaft der wiederherstellen
müssten, sie aus der Stagflation herausführen, um die sowjetische Führung mit
dem vollen Gewicht einer mächtigen Wirtschaft dazu zu bringen, über das Ende
des Kalten Krieges zu verhandeln. Reagan sagte, dass es keinen Grund gebe, noch
länger unter der Drohung eines Atomkrieges zu leben.
Die Reagan-Administration
erreichte beide Ziele, nur um zu sehen, dass diese Errungenschaften von den
folgenden Administrationen über den Haufen geworfen wurden. Es war Reagans
eigener Vizepräsident und Nachfolger George Herbert Walker Bush, der als erster
gegen die Abmachungen zwischen Reagan und Gorbatschow verstieß, indem er
ehemalige Teilstaaten des sowjetischen Imperiums in die NATO eingliederte und
Militärbasen des Westens an die russische Grenze verlegte.
Die Umstellung Russlands
mit Militärbasen ging unvermindert weiter unter den folgenden Regierungen der mit verschiedenen „Farbrevolutionen,
finanziert vom National Endowment for Democracy (Nationale Stiftung für die Demokratie)
der , die von vielen als Fassade der CIA betrachtet wird. Washington versuchte
sogar, eine von Washington kontrollierte Regierung in der Ukraine zu
installieren, und hatte mit derartigen Bemühungen Erfolg in der ehemaligen
Sowjetrepublik Georgien, dem Geburtsland Joseph Stalins.
Der Präsident Georgiens,
eines Landes, das zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer liegt,
ist eine Marionette Washingtons. Vor kurzem gab er bekannt, dass das ehemalige
sowjetische Georgien 2014 Mitglied der NATO werden soll.
Unbestimmt in den Syrien-Krieg?
Nach Angaben aus Ankara ist das türkische Kampflugzeug F-4 Phantom
mit einer Flughöhe von 60 Metern in den syrischen Luftraum eingedrungen
und kurz darauf, 1.6km außerhalb des syrischen Luftraums über
internationalen Gewässern abgeschossen worden. Anderen Berichten zur
Folge wurden in dieser Distanz Wrackteile im Meer gefunden.
Welt.de bezeichnete die Reaktion der Türkei als „zunächst zurückhaltend
erst nach Telefonaten des türkischen Außenministers Davutoglu mit
seinen Verbündeten in Europa, den USA und auf der Arabischen Halbinsel -
darunter auch Guido Westerwelle und die EU-Außenbeauftragte Ashton -
habe sich der Ton deutlich verschärft (1). Die Türkei wandte sich an die
NATO und die Vereinten Nationen, gegenüber den UN stufte sie den
Vorfall als „ernste Bedrohung für Frieden und Sicherheit in der Region
ein - eine Übernahme dieser Einschätzung durch die UN wäre die formale
Voraussetzung eines Mandates nach Kap. VII der UN-Charta dar. Bei der
Einberufung des Nordatlantikrates war von türkischer Seite
zwischenzeitlich sogar von Artikel 5 des NATO-Vertrages die Rede, wonach
ein Angriff auf einen Mitgliedsstaat eine militärische Reaktion aller
Mitgliedsstaaten auslöst. Tatsächlich fanden die Beratungen jedoch nach
Maßgabe des Artikels 4 statt, der auf Antrag ein Treffen vorsieht, wenn
Mitgliedsstaat seine Sicherheit bedroht sieht, der Verweis auf Artikel 5
wurde als Versprecher zurückgenommen.
Während der deutsche Außenminister Westerwelle vor dem Treffen des
Nordatlantikrates einer militärischen Intervention eine erfreulich klare
Absage erteilt hatte, kamen aus den USA und Großbritannien deutlich
schärfere Töne. Diese haben sich letztendlich durchgesetzt.
NATO-Generalsekretär Rasmussen erklärte zwar nach dem NATO-Gipfel, das
Bündnis plane keine „Militäraktion gegen Syrien, zeigte sich aber
besorgt und kündigte an, die NATO „verfolge die Entwicklung genau und
mit großer Sorge . Die dpa zitierte Rasmussen mit den Worten: „Sollte
irgendetwas passieren, werden sich die Verbündeten mit der Entwicklung
befassen. Wir beobachten die Lage genau. Und nötigenfalls werden wir
beraten, was sonst getan werden könnte (2).
Europäischer Machtkampf in der Krise
Die deutsche Politik instrumentalisiert die Krise, um periphere
Eurostaaten zur Preisgabe ihrer Souveränität zu nötigen und so die
unangefochtene Dominanz in Europa zu erringen. Dieser Machtpoker dürfte
aber letztendlich auch für die BRD böse ins Auge gehen.
Wenige Tage vor dem Ende Juni anberaumten Brüssler Sondergipfel zur
Eurokrise spitzen sich die nationalen Gegensätze zuwischen den
wichtigsten europäischen Staaten weiter zu.
Insbesondere der von der
Bundesregierung aufrecht gehaltene Sparkurs in Europa stößt auf immer
heftigeren Widerstand derjenigen Staaten, die aufgrund der umfassenden
Sparprogramme immer Tiefer in der Rezession versinken. Es sei nur noch
„eine Woche übrig, um die Eurozone zu retten, warnte am vergangenen
Freitag etwa der italienische Ministerpräsident Mario Monti unter
Verweis auf den kommenden Gipfel.1 Bei dem Treffen aller europäischen
Staats- oder Regierungschefs am 28. und 29. Juni sollen - mal wieder -
weitere Maßnahmen zur Überwindung der Schuldenkrise in der Eurozone
erörtert werden, die derzeit von hochkarätigen EU-Repräsentanten
ausgearbeitet werden. An der Formulierung eines umfassenden europäischen
Integrationsprogramms sind der EU-Ratspräsident Hermann Van Rompuy,
Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker, EU-Kommissionschef José Manuel
Barroso und der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi,
beteiligt.
Der jüngste Schlagabtausch in der Eurozone wurde vom
italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti eingeleitet, der massive
Aufkäufe von Staatsanleihen der europäischen Schuldenstaaten durch die
Europäische Zentralbank forderte. Diese Aufkäufe sollen nach Montis
Vorstellungen automatisch einsetzen, sobald die Zinsdifferenz - der
sogenannte Spread - zwischen Deutschen und südeuropäischen Staaten einen
bestimmten Schwellwert übersteigt. Der italienische Regierungschef
hofft, mit diesem Vorschlag eine Eindämmung der italienischen
Schuldenkrise zu erreichen, die sich in steigender Zinsbelastung und
einer fortgesetzten Rezession manifestiert.
Keine Eurobonds, solange ich lebe
Ein großes Wort der Kanzlerin. Es dient der Beruhigung der
deutschen Sparer so wie seinerzeit ihre und die vollmundige Erklärung Steinbrücks, dass das
Geld der Sparer sicher sei. Damals ist es gutgegangen. Mittlerweile haben wir aber
so viele beruhigende Erklärungen gehört, dass man sie sich im Einzelnen nicht
mehr merken kann.
Nach der schwersten Krise seit 1929 sollten nach den Worten
und sicherlich auch den gutgemeinten Absichten der Politiker die Banken an die
Kette gelegt werden. Nicht noch einmal sollten die Steuerzahler gezwungen sein,
für die zu bluten, die an der Spekulation vor der Krise verdient hatten. Das
ist gelungen. Die Banken wurden an die Kette gelegt. Aber es kam anderes, als
man es sich gedacht hatte. Denn am anderen Ende dieser Kette hängen die
Staaten, und es sind nicht die Staaten und ihre Regierungen, die die Banken
dorthin zerren, wohin sie es für richtig halten. Es sind vielmehr die Banken am
anderen Ende der Kette, die die Regierungen und zunehmend auch die Staaten
selbst hinter sich herschleifen, und zwar in den Abgrund.
Wie tief dieser Abgrund sein und wo der Boden gefunden sein wird,
kann heute noch keiner sagen. Führt er nur zum Zusammenbruch des Euro mit der
Notwendigkeit der Schaffung einer neuen Währung? Kommt es zu einem
Zusammenbruch großer Bereiche der kapitalistischen Wirtschaft? (Angesichts der
weltweiten Überkapazitäten in fast jedem Industriebereich wird die Bereinigung
des Marktes durch Firmenstilllegungen und -zusammenbrüche immer wahrscheinlicher.
Mit dem fortgesetzten Schrumpfungsprozess
des europäischen Automarktes treibt
die Autoindustrie immer schneller einem Zustand entgegen, in dem ein
kontrollierter Abbau von Produktionskapazitäten immer unwahrscheinlicher wird.
War es den europäischen Regierungen in den 1980er Jahren in der europäischen
Stahlindustrie und davor im Kohlebergbau
noch gelungen, durch staatlich finanzierte Programme den Kapazitätsabbau
sozialverträglich durchzuführen, so werden solche Vorhaben in Zukunft immer
mehr an der Zahlungsunfähigkeit der
Staaten scheitern.)
V I E T N A M - Psychokrieg gegen die Geschichte
Bei der Ankunft
in einem Dorf in Südvietnam erblickte ich zwei Kinder,
die die Merkmale des längsten Krieges des 20.
Jahrhunderts trugen. Ihre schrecklichen Entstellungen
waren allzu vertraut. Den gesamten Mekongfluss entlang,
wo die Wälder versteinert waren und still, lebten kleine
menschliche Mutationen, so gut sie konnten.
Heute ist ein
ehemaliger Operationssaal im Tu Du Kinderspital in Saigon
bekannt als die „Sammlung und inoffiziell als
der „Raum der Schrecken. Darin befinden sich
Regale mit großen Glasbehältern mit grotesken
Embryonen. Während ihrer Invasion von Vietnam sprühten
die Vereinigten Staaten von Amerika ein Entlaubungsgift
auf Vegetation und Dörfer um „dem Feind die Deckung
zu nehmen. Das war Agent Orange, welches Dioxin enthielt,
dermaßen starke Gifte, dass sie den Tod der Embryonen,
Fehlgeburten, Schädigungen der Chromosomen und Krebs
verursachen.
1970 enthüllte
ein Bericht des Senats der Vereinigten Staaten von
Amerika, dass die Vereinigten Staaten von Amerika
[auf Südvietnam] eine Menge giftiger Chemikalien
abgeworfen haben, die drei Kilogramm pro Kopf der
Bevölkerung ausmacht, eingeschlossen Frauen und Kinder.
Der Codenamen für diese Massenvernichtungswaffe,
Operation Hades, wurde zu dem freundlicher klingenden
Operation Ranch Hand (Farmhelfer) umgeändert. Heute sind
geschätzte 4,8 Millionen Opfer von Agent Orange Kinder.
Len Aldis, der
Sekretär der Britisch-Vietnamesischen
Freundschaftsgesellschaft kam vor kurzem aus Vietnam
zurück mit einem Brief von der Vietnamesischen
Frauenunion an das Internationale Olympische Komitee. Die
Präsidentin der Union, Frau Nguyen Thi Thanh Hoa
beschrieb die „schweren [verursacht durch Agent
Orange] von Generation zu Generation vererbten
Deformationen. Sie ersuchte das IOC, seine
Entscheidung zu überdenken, die Dow Chemical Corporation
als Sponsor der Olympischen Spiele in London zu
akzeptieren, welche eine der Firmen war, die das Gift
herstellten und sich weigerte, die Opfer zu
entschädigen.
Syrien: Neuauflage des Tonkin-Zwischenfalls?
Der US-Autor Stephen Lendman vergleicht den provozierten
Abschuss des türkischen Kampfjets durch die syrische Luftabwehr mit dem
inszenierten Tonkin-Zwischenfall, der als Rechtfertigung für den Vietnam-Krieg
benutzt wurde.
Lyndon Johnson wollte den Krieg gegen Vietnam und bekam
ihn. Mit dem erfundenen Tonkin-Zwischenfall (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Tonkin-Zwischenfall (http://de.wikipedia.org/wiki/Tonkin-Zwischenfall)
), auf den der Kongress mit seiner Gulf of Tonkin-Resolution reagierte, wurde der
(erwünschte) große Konflikt initiiert.
Damit wurde ein
Krieg in Gang gesetzt, ohne erklärt worden zu sein.
Das ist in den USA zur Tradition geworden. Mit faustdicken
Lügen werden Kriege vom Zaun gebrochen, die zu Massenmorden und großflächiger
Zerstörung führen.
Ein Land nach dem anderen wird verwüstet. Nach Syrien geht
es gegen den Iran, und weitere Staaten, die auch schon auf der Abschussliste
Washingtons stehen, sollen folgen.
Am 22. Juni drangen zwei türkische Kampfjets in geringer
Höhe in den syrischen Luftraum ein. Man wollte eine Reaktion provozieren und
bekam sie.
Am 23.
Juni war in der staatlichen syrischen Zeitung SANA unter der Schlagzeile
Militärsprecher gibt bekannt, dass die Luftabwehr im Westen der Provinz Lattakia ein
Zielobjekt
abgeschossen hat, das in den Luftraum über
syrischen Gewässern eingedrungen war zu
lesen:
Brasilien - Hilfe für die Reichen, sparen für Arme
Am 3. April lancierte die Dilma-Regierung ihr
Maßnahme-Paket „Brazil Maior . Es sieht 26,3 Milliarden Euro öffentliche
Mittel als Hilfen für Unternehmen vor. So soll die nationale Industrie
gestärkt und das BIP-Wachstum auf über 4% angehoben werden. Der Großteil
der Gelder wird aus dem Staatshaushalt bezahlt, ein kleiner Teil über
Steuersenkungen.
Die Staatliche Entwicklungsbank BNDS wird aus dem Staatshaushalt
Milliarden erhalten, um sie in die Industrie zu investieren. Diese
Maßnahme wird auf 15 Branchen angewendet, unter ihnen Textil,
Konfektion, Leder und Schuhe, Möbel, Kunststoff, Elektromaterial,
Autoteile, Omnibusse, Schiffs- und Flugzeugbau.
Mit dem Paket greift die Regierung erneut auch das öffentliche
Rentensystem an. Aktuell liegen die Rentenbeiträge bei 10% des
Arbeitslohnes für ArbeiterInnen, plus 20% von der Wirtschaft. In 90
Tagen werden die Industrien, die von dem Paket profitieren, nicht mehr
diese 20% bezahlen. Dieser Beitrag wird durch eine Quote von 1% des
Umsatzes ersetzt. Wie wir wissen, versuchen die Kapitalisten alles, um
Steuern zu umgehen, inklusive der altbekannten Methode des „Schminkens
ihrer Abrechnungen. Es handelt sich also um einen weiteren Angriff auf
die öffentliche Rentenversorgung, der mit Sicherheit Auswirkungen auf
die zukünftigen Renten haben wird.
Darüber hinaus wird im Zuge des Konjunkturpaketes von Mindereinnahmen
von 2,1 Milliarden Euro bei den Steuereinnahmen für 2012 ausgegangen.
Präsidentin Dilma Rousseff erklärt, dass die Maßnahmen zur Stärkung
der Industrie eine Reaktion auf die internationale Wirtschaftskrise und
den Protektionismus einiger entwickelter Länder seien. Sie argumentiert
weiter, dass Brasilien damit zeigt, dass es keinen Widerspruch zwischen
Kürzungen und Wirtschaftswachstum gebe. „Es ist möglich, Geld sparsam
auszugeben , sagte sie. Weiterhin betonte sie, dass „Die Regierung
(...) die brasilianische Industrie nicht im Stich lassen wird.
Abschuss eines türkischen Jets dient als Vorwand für neue Provokationen gegen Syrien
USA suchen Kriegsgrund
Die
Großmächte unter Führung der Vereinigten Staaten reagierten auf den
Abschuss eines türkischen F4 Phantom-Kampfflugzeuges, das in den
syrischen Luftraum eingedrungen war, mit einer Reihe kriegstreiberischer
Statements. Die türkische Regierung hat mit Unterstützung der
Obama-Regierung Maßnahmen ergriffen, die einen großen Schritt hin zu
einem offenen Krieg darstellen.
Vertreter der Nato-Staaten werden
sich heute zu einem Treffen gemäß Artikel 4 der Satzung des Bündnisses
treffen. Artikel 4 sieht Konsultationen vor, wenn ein Mitglied seine
Sicherheit gefährdet sieht.
Das Treffen findet zwar nicht gemäß
Artikel 5 statt – der sich mit Militäraktionen aller Nato-Mitglieder
befasst – aber die Türkei erklärte am Montag, sie werde die Nato
drängen, bei dem Treffen auch auf Artikel 5 einzugehen. Es ist auch das
erste Mal, dass sich auf Artikel 4 berufen wird, seit die Türkei dies
einen Monat vor dem Einmarsch im Irak im Februar 2003 tat.
Nach
Gesprächen mit den USA am Wochenende nahm die Türkei Abstand von ihrer
eher gemäßigten Haltung. Der Sprecher des Außenministeriums Selcuk Unal
erklärte am Montag, es habe sich um eine „Kriegshandlung“ gehandelt. Der
stellvertretende Premierminister Bulent Arinc fügte hinzu, die Türkei
werde „alle Rechte, die ihnen das Völkerrecht gewährt, bis zuletzt
nutzen. Dazu gehört auch die Selbstverteidigung, möglicherweise auch
mehrfache Vergeltung.“
Hinter den Kulissen wenden die USA ihren
vielfach erprobten Modus Operandi an: Sie beginnen eine Reihe von
provokativen Handlungen, die den Charakter von Kriegshandlungen haben,
dann reagieren sie mit extremer Kampfbereitschaft auf jede Reaktion, um
noch provokantere Maßnahmen umzusetzen.
Die Oligarchie kann nicht mit dem Stimmzettel besiegt werden
Der Kampf um die Macht des Volkes geht über die Straße
Alle jene, die auf der Seite der Subalternen stehen,
hatten (berechtigterweise) auf einen Wahlsieg von Syriza gehofft.
Tatsächlich ist das ausgezeichnete Ergebnis für das „Bündnis der
radikalen Linken ein starkes Signal sowohl an die Eliten als auch an
die europäische Bevölkerung. Doch zeigt es gleichzeitig auch die
Grenzen.
1) Wer A sagt will B keinesfalls sagen
Die Wahlergebnisse kann man in gewisser Weise als Pattsituation
interpretieren. Auf der einen Seite steht die Mehrheit der Bevölkerung
entschieden gegen das von der Troika diktierte Hungerprogramm. Auf der
anderen Seite wollen sie keinen radikalen Bruch mit der Herrschaft der
Oligarchie. Sie sind sich der Konsequenzen der Ablehnung des
Austeritätsprogramm nicht bewusst oder sie scheuen davor zurück.
Ausdruck dessen ist der mehrheitliche Wunsch nach dem Verbleib in der
Eurozone, den auch Syriza proklamiert hat. Das ganze Programm von Syriza
ist von diesem Widerspruch durchdrungen.
2) Euro-EU versus nationale Volkssouveränität
Kern von Syrizas Konzept ist das „soziale Europa , wie es von einem
guten Teil der europäischen Linken vertreten wurde - nicht umsonst
stellen die Eurokommunisten das Rückgrad von Syriza. Das soziale Europa
bedeutet nichts anderes als den Ordnungsrahmen der Oligarchie zu
akzeptieren, die sich die EU und den Euro zu ihrer Stärkung geschaffen
haben. Alles läuft darauf hinaus, den Institutionen, die dazu dienen die
Eliten vor den Interessen der Volksmassen zu schützen, eine soziale
Politik aufzwingen zu wollen. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass es
im Rahmen der EU ungleich hindernisreicher ist, Umverteilung nach unten
durchzusetzen, als auf der Ebene der Nationalstaaten. Zwar herrscht
national die gleiche Oligarchie, aber es ist leichter die breite Masse
zu mobilisieren und die Institutionen sind nicht in gleicher Weise
gepanzert. Das Einfordern der nationalen Souveränität geht Schritt für
Schritt einher mit dem Kampf für die Volkssouveränität, die formal
zumindest in den Nationalstaaten noch verankert ist, in der EU aber
ausgemerzt wurde.
Anders gesagt: soll das griechische Volk warten, bis der Rest Europas
nachzieht? Ein solches Rezept wäre der Weg in die sichere politische
Niederlage. Die Unterschiede zwischen den Nationen sind einfach zu groß.
Schnöggersburg im Gefechtsübungszentrum
Zum Bau einer europaweit einzigartigen Einrichtung zur Ausbildung für Krieg und Kampfeinsätze
Die Bundeswehr stellte am 20. Juni 2012 ihr neuestes Projekt im Zuge
der Bundeswehr-Reform vor. Sie plant in der Colbitz-Letzlinger Heide
nördlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt auf dem Gelände des
Truppenübungsplatzes Altmark ein neues Gefechtsübungszentrum für
Auslandseinsätze zu bauen. Der Truppenübungsplatz wird bislang
grundsätzlich vom Gefechtsübungszentrum Heer genutzt.
Der Beitrag
informiert in aller Kürze über die wichtigsten Aspekte des Vorhabens.
Wer nicht weiß, was genau ein Gefechtsübungszentrum, abgekürzt GÜZ, ist
und welchem Zweck es dient, wird auf der Homepage des Bundesamtes für
Wehrtechnik und Beschaffung fündig. Dort steht: „Das
Gefechtsübungszentrum (...) ist die zentrale Ausbildungseinrichtung des
Heeres (...). Dort wird die einsatznahe Ausbildung der Kampftruppen mit
den Originalwaffensystemen (...) durchgeführt. Mit dem
Gefechtsübungszentrum Heer auf dem Truppenübungsplatz Altmark ist eine
(...) Einrichtung geschaffen worden, die es ermöglicht, in bisher nicht
gekannter Weise realitäts- und einsatznah auszubilden.
Dies wird nur
durch den intensiven Einsatz der Simulation von Waffen, Waffensystemen
und Kampfmitteln in Verbindung mit einer komplexen Erfassungs- und
Auswerteinstrumentierung erreicht (...). [1] Der angekündigte Bau des
neuen Gefechtsübungszentrums wird die bislang sich in Betrieb
befindliche Einrichtung, die eben in ihrer Eigendarstellung
wiedergegeben wurde, in Größe und Trainingsmöglichkeiten noch in den
Schatten stellen. Die künstlich zu errichtende Stadt werde
„Schnöggersburg heißen und aus insgesamt 520 Gebäuden bestehen.[2]
Griechenland und Portugal: Drastische Sparmaßnahmen für die Bevölkerung aber nicht für die Rüstung
Die Verschuldung Griechenlands ist seit Monaten
in den Schlagzeilen. Dass die griechische Regierung Milliarden für
Waffenkäufe verpulvert, wird dabei selten erwähnt. Der folgende
Artikel stellt dar, welche Waffen besonders von Deutschland geliefert
werden und dass das eine lange Tradition hat.
Am Mittwoch vor Ostern nahm sich ein
77.jähriger Rentner sein Leben - er wusste angesichts von
Rentenkürzungen und persönlicher Verschuldung aufgrund seiner
drastisch verminderten Pension, der Arbeitslosigkeit in seiner
Familie und den laufend steigenden Preisen nicht mehr weiter.
Zwei Milliarden zwingt die Troika der Europäischen
Union dem Sozialhaushalt Griechenlands 2012 an Kürzungen auf,
Pensionen
werden gestrichen (http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-02/athen-griechenland-sparpaket), der Mindestlohn
heruntergesetzt und hundert-tausende Beamte entlassen.
Nur bei einer Sache ist der Druck der Euro-Partner
erstaunlich verhalten: Beim Verteidigungs-haushalt. 300 Millionen
sollen zwar 2012/2013 gekürzt werden. Dies aber bei den Pensionen
und beim Sold der Offiziere und Soldaten, nicht bei der Beschaffung
neuer Waffen bzw. bei der Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen.
Getarnter Putsch in Paraguay
Fernando Lugo, der 2008 in Paraguay als linker Präsident gewählt wurde, wurde am vorigen Freitag vom Senat abgesetzt. Dieses - laut Verfassung legale - Verfahren wird in den lateinamerikanischen Staaten stark kritisiert. Ziel wäre es, die bevorstehende Präsidentschaftswahlkampagne der (rechten) Colorado-Partei zu fördern (Der Wahltermin ist auf 9 Monate festgelegt).
„ Ich bin Opfer eines Blitz-Staatsstreiches - verkündete
Donnerstag Fernando Lugo im venezolanischen Fernsehprogramm Telesur. Und
tatsächlich wurde die Absetzung in nur wenigen Tagen abgefertigt.
-
Am 15 Juni kommen bei Auseinandersetzungen zwischen der
Polizei und Bauern, die im Norden Paraguays ein Großgut besetzen, 17
Personen (11 Bauern und 6 Polizisten) ums Leben. Die Opposition
beschuldigt Fernando Lugo der Gefälligkeit gegenüber der Bewegung der
Landlosen. Die Liberale Partei (PLRA) tritt aus der Koalition mit Lugos Partei aus.
-
Am Mittwoch en 20. Juni befürwortet die Abgeordnetenkammer die
Anklageschrft gegen den Präsidenten, auch „Bischof der Armen genannt.
Dem Präsidenten werden 24 Stunden gegönnt um seine Verteidigung
vorzubereiten.
-
Am Freitag den 22. Juni „tritt Lugo vor das Senat. Wie erwartet, wird
für seine Absetzung mit 39 Stimmen zu 4 abgestimmt (es fehlten 2
Senatoren.) Wie erwartet, denn Lugos Koalition genießt nicht mehr die
Unterstützung der Authentischen Radikalen Liberalen Partei (PRLA). In
den Reihen der Abgeordneten sind nun die gewählten Mitglieder von Lugos
Partei schwer aufzufinden: drei Senatoren von 48 und 32 Abgeordneten von
80.
Also wird der Vizepräsident der liberalen Partei PRLA Federico Franco, zum neuen Präsidenten Paraguays nach diesem „hoch diskutablen politischen Prozess - so heute die CIDH (Interamerikanische Kommission für Menschenrechte).
"Wer Folter befürwortet, foltert mit!" Deswegen: Folterbefürworter müssen öffentlich benannt und kenntlich gemacht werden.
gehe zu: Denn sie wissen, was sie tun
