Linke Zeitung
Die USA richten ihre Kanonen auf China
New York -
Verteidigungsminister Leon Panetta sagt, dass der größere Anteil der
Seestreitmacht der USA bis 2020 im Rahmen der neuen „Achse nach
Asien -Strategie in den Pazifik verlegt wird. Obwohl das nicht unerwartet kam,
führte diese Botschaft zu ziemlich großer Aufregung in ganz Asien und erregte
die Gemüter in China.
Allerdings hat es mit
dieser Umschichtung weniger auf sich, als der Anschein vermuten lässt. Die
Marine der USA hat schon lange die Hälfte ihrer Kriegsschiffe, Flugzeuge und
logistischen Seefahrzeuge im Pazifik stationiert. Der neue Plan wird einen
mäßigen Zuwachs bei den Seestreitkräften der USA in asiatischen Gewässern zur
Folge haben, das Verhältis zu den Seestreitkräften in Pazifik und Atlantik wird
sich auf 60:40 oder etwas mehr verschieben.
Mehr von Amerikas 11
Flugzeugträger-Angriffsflotten werden den Pazifik befahren. Das Marinekorps mit
seinen eigenen Flugzeuggeschwadern (von Witzbolden als „die Armee der Marine
bezeichnet) wird seine Präsenz im pazifischen Kampfgebiet verstärken.
Eine 2.500 Mann starke
Expeditionstruppe der Marine der USA wird im abseits gelegenen Nordaustralien
stationiert, weit genug entfernt von China, um kaum von militärischem Nutzen zu
sein, aber nahe genug, um Spannungen mit Peking und Djakarta hervorzurufen.
Außer dass sie den Kampfgeist der Aussies aufmöbeln soll, ist ihre Mission
ungewiss.
Die Gesamtstrategie der USA
ist jedoch klar. Nicht anders, als die USA seinerzeit versuchten, die
Sowjetunion in den Griff zu bekommen, indem sie sie mit amerikanischen
Alliierten und Stützpunkten einkreisten, plant Washington mit China in gleicher
Weise vorzugehen.
Andere Geschichte der Guerilla Kolumbiens
Die Guerilla in Kolumbien hat einen schlechten Ruf.
Sowohl bei der Mainstream-Bevölkerung, als auch bei der Linken in Deutschland
gibt es die weit verbreitete Ansicht, dass es sich bei der Guerilla in
Kolumbien um eine Organisation handelt, die einzig und allein aufgrund ihrer
finanziellen Aktivitäten existiert.
Es gibt kaum Presseberichte, in denen die
FARC-EP nicht mit einem Drogenkartell gleichgesetzt wird. Selbst scheinbar
unabhängige Journalisten oder Linke übernehmen kritiklos die Propaganda der
Regierungsmedien, die seit dem Bestehen der aufständischen Bewegung versuchen,
die Guerilla politisch zu delegitimieren.
Dabei sind die FARC-EP eine der wenigen letzten und großen Organisationen in
Lateinamerika, die eine sozialistische Orientierung haben und entgegen der
allgemeinen Annahme über eine weite soziale Verankerung im Land verfügen. Im
Folgenden wird auszugweise Bezug auf einen Artikel von Raúl Zelik genommen, in
dem er die Entstehung und Entwicklung der Guerilla aufzeigt. [„Die etwas andere
Geschichte der Guerillas in Kolumbien“ in Lateinamerika Nachrichten Nr. 286 vom
April 1998]
Die Desinformation über die Guerilla in Kolumbien reicht schon so weit, dass
viele nicht einmal über die Entstehung dieser Organisation Bescheid wissen.
Während ein Großteil der revolutionären Bewegungen auf dem lateinamerikanischen
Kontinent im Zuge der kubanischen Revolution entstanden ist, haben die FARC-EP
eine Geschichte, die bis in die Bauernbewegungen der 1930er und 1940er Jahre
zurückreichen.
Druck auf Russland: die USA versuchen, sich mit Massenmord ihren Weg zum Sieg in Syrien zu bahnen
Die USA an Russland: „Gebt auf oder schwimmt in
einem Meer von syrischem Blut
Nachdem ans Licht kommt,
dass die Gewalt in Syrien von Planern des Westens vorbereitet wurde, Jahre ehe
der arabische Frühling losging, und nachdem die Fassade von „demokratischen
Hoffnungen zusammenbricht angesichts eines religiös angestifteten Blutbads,
haben Vertreter der USA und westlicher Denkfabriken im Gespräch mit Bloomberg
festgestellt, dass ihre Botschaft an Russland in Hinblick auf den Beginn eines
Regimewechsels grundsätzlich diese ist: die Gewalt wird weiterhin gezielt
gesteigert werden, bis der Regimewechsel erreicht ist - Russland kann jetzt
nachgeben und dabei mitreden, wie ein Übergang stattfinden soll, oder später
nachgeben und ausgeschlossen werden wie im Fall Libyens.
Bloomberg zitiert
„Vertreter der USA, die behaupten, sich mit Russland zu treffen, um einen
„ordentlichen Übergang auszuhandeln.
Darüber, wie nahe die USA
dem tatsächlichen Sturz der syrischen Regierung sind oder zu sein glauben, gibt
es verschiedene Meinungen. Mit Meinung nichts zu tun hat die Tatsache, dass die
USA sich offen verschworen haben, Syrien zu Tode zu „bluten, um entweder
seinen geopolitischen Einfluss im Mittleren Osten für immer einzuschränken, oder
um den Fall der Regierung herbeizuführen. Das wurde sehr klar im „Middle East
Memo #21 - Assessing Options for Regime Change (Einschätzung von Möglichkeiten
des Regimewechsels) der Brookings Institution zum Ausdruck gebracht.
„Eine Alternative ist es
für diplomatische Bemühungen, sich zuerst darauf zu konzentrieren, wie die
Gewalt beendet und Zugang zu humanitärer Hilfe gewonnen werden kann, wie es
derzeit unter Annans Führung geschieht. Das kann zur Einrichtung von
Schutzzonen und humanitären Korridoren führen, die durch beschränkte
militärische Macht abgesichert werden müssten. Dadurch könnten natürlich die
Ziele der USA betreffend Syrien nicht erreicht und Assad an der Macht gehalten
werden. Von dieser Ausgangssituation aus wäre es allerdings möglich, dass eine
breite Koalition mit dem entsprechenden internationalen Mandat weitere
Zwangsmaßnahmen anwenden könnte. (Seite 4)
Griechenland: Politisches Manifest von Antarsya
LINKE
ANTIKAPITALISTISCHE ZUSAMMENARBEIT FÜR DIE UMWÄLZUNG
FRONT
DER ANTIKAPITALISTISCHEN, REVOLUTIONÄREN, KOMMUNISTISCHEN LINKEN UND DER
RADIKALEN ÖKOLOGIE
Für die Krise sollen die
Kapitalisten zahlen, nicht die Arbeitenden!
Genau zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch
des „Realen Sozialismus wird nicht nur der Glaube der Kapitalisten an die
Vitalität und an die Überlegenheit des heutigen Systems der Ausbeutung
widerlegt, sondern es entfaltet sich auch eine tiefe, vielseitige und
strukturelle Krise des ... realen Kapitalismus! Nachdem die Kräfte des Kapitals
sich an den Gewinnen der Aufschwungsfase reich gemacht haben, fallen sie jetzt
wie Piraten über die Arbeits-, Freiheits- und Lebensbedingungen der
Arbeitenden, um über die Runden der Krise, die sie selbst verursacht haben, zu
kommen statt selber dafür zu zahlen! Die Regierungen unabhängig ihrer
Orientierung, die Managers und die Wunderkinder des Neuliberalismus, die wie
Zaubererlehrlinge den katastrophalen Geist des freien Handels und des
Wettbewerbs entweichen liesen, rufen jetzt nach dem sozusagen verachteten
„............................. der die bankrotten Banken und Unternehmen
retten soll, indem er Trillionen aus dem Haushalt saugt. Statt dass sie selber
in ihre dicken Taschen greifen, verlangen sie obendrein dass die Arbeitnehmer
für die gigantischen Defizite und die unendlichen Schulden zahlen.
Die Krise des Neuliberalismus spiegelt die
strukturelle Krise des modernen Kapitalismus wieder.
Sie deutet mit großer
Genauigkeit darauf hin, wie irrational und gefährlich das System der
kapitalistischen Ausbeutung ist. Zur selben Zeit bringen die ausgedehnte
ökologische .................... großer Gebiete, die Erwärmung des Planeten, die
Änderungen des Klimas, die Zerstörung der Wälder und der Ökosysteme den
katastrophalen Charakter des Kapitalismus zum Vorschein.
Russland bereitet Armee für Syrien-Einsatz vor
Angesichts der Verschärfung der Syrien-Krise wird die russische Armee laut einem Bericht der Nezavisimaya Gazeta offenbar
auf einen Einsatz in Syrien vorbereitet.
Die Zeitung schrieb am 6. Juni
unter Berufung auf anonyme Quellen in der Militärführung, dass der
russische Präsident Wladimir Putin dem Generalstab die Aufgabe gegeben
habe, einen Plan für Truppeneinsätze außerhalb Russlands, unter anderem
in Syrien, auszuarbeiten.
Zu einer möglichen Intervention werden
die 76. Division der Luftlandetruppen (einer besonders erfahrenen
Einheit der russischen Armee), die 15. Armeedivision, sowie
Spezialeinheiten einer Brigade der Schwarzmeerflotte vorbereitet, die
einen Stützpunkt im syrischen Hafen Tartus hat. Die Details des
Einsatzplans sollen von Arbeitsgruppen der Organisation des Vertrags für
kollektive Sicherheit, dem ein Großteil der post-sowjetischen Staaten
angehört, sowie der Shanghaier Kooperationsorganisation, der neben
Russland auch China angehört, ausgearbeitet werden. Dem Zeitungsbericht
zufolge hängt ein Einsatz von der politischen Entscheidung der
russischen Regierungsführung und der UN ab. Allerdings seien die Pläne
auch für den Fall angelegt, dass die Truppen selbständig, ohne
Zustimmung der UN, eingreifen würden. Die russische Regierung hat die
Meldung bislang nicht bestätigt.
Am Montag wurden vor der
syrischen Küste drei russische Kriegsschiffe gesichtet. Eine anonyme
Quelle aus der russischen Regierung erklärte gegenüber der iranischen
Zeitung Tehran Times, Russland wolle der NATO auf diese Weise
zeigen, dass Moskau keine Kriegsoperation gegen Damaskus unter dem
Deckmantel einer humanitären Mission zulassen werde.
Zuvor hatte
der Generalsekretär der Organisation des Vertrags für kollektive
Sicherheit, Nikolaj Bordjusha, den Einsatz von „Friedenstruppen“ in
Syrien in Aussicht gestellt. „Die Aufgabe in Syrien wird wahrscheinlich
sein, Frieden durchzusetzen – in erster Linie gegen die Aufständischen,
die Waffen benutzen, um politische Probleme zu lösen.”
Putin hat leider recht ...Anmerkungen zum Versammlungsgesetz
Es ist fatal: Wenn man Wladimir Putin
und den von ihm jetzt eingeschlagenen Kurs kritisch bewerten möchte, muß man
wieder einmal aufpassen, von der geballten Macht der westlichen Besserwisser
und Demagogen nicht mitgeschleift zu werden.
Ja,
Putin hat eine Verschärfung des Versammlungsrechtes unterzeichnet. Die Strafen
für die Durchführung nicht genehmigter Demonstrationen, für das Nicht-Einhalten
von Auflagen u. ä. wurden drastisch, zum Teil um das Hundertfache erhöht. Bei
Verursachung von Sachschaden - was von der Polizei immer konstruiert werden
kann - steigen die angedrohten Strafen bis auf ein Höchstmaß von 7500 Euro für
Einzelpersonen, ersatzweise 200 Stunden Pflichtarbeit, wie „RIA Novosti es
nennt. Organisationen müssen in Extremfällen mit bis zu 27.000 € Bußgeldern
rechnen. Neu eingeführt wurde zudem ein Vermummungsverbot und faktisch so etwas
wie eine Bannmeilenordnung (also Verbot von Aktionen direkt vor der Staatsduma
u.ä.) An der Schärfe dieser neuen Verordnungen ändert auch die Feststellung nichts,
daß die Strafen zuvor lächerlich gering waren.
Nach
den zurückliegenden Protesten gegen seine Wiederwahl, nur wenige Wochen nach
seinem Wiederantritt als Präsident, wenige Tage vor einer neuerdings
angekündigten Großkundgebung gegen ihn und seine Politik, ist diese Verschärfung
des Versammlungsgesetzes ein Zeichen, das bedenklich stimmt gegenüber dem, was
in Zukunft von dieser Regierung zu erwarten ist. Aber Polizeistaat? Diktatur?
Wer
mit solchen Schlagworten auftritt, verrät, daß er oder sie nicht an sachlicher
Berichterstattung, sondern - aus welchem Grunde auch immer - an Stimmungsmache
gegen Putin und die von ihm zur Zeit repräsentierte russische Politik
interessiert ist.
Doku: Krieg beginnt hier - Für ein entmilitarisiertes Hannover! Brandanschlag BW-Fuhrpark
Am frühen Mittwochmorgen wurde ein Teil des Fuhrparks des
Dienstleistungszentrum der Bundeswehr in Hannover abgerüstet.
Sechs Lkw,
drei VW-Busse und vier Pkw gingen in Flammen auf.
Einen Tag nach dem Brandanschlag auf Bundeswehrfahrzeuge in Vahrenheide
ist bei mehreren Medien ein Bekennerschreiben eingegangen. Unter der
Übrschrift: Krieg beginnt hier - Für ein entmilitarisiertes Hannover!
erklären die Aktivit_innen: »Was wir hier sabotieren, kann woanders
keinen Schaden anrichten«.
Die militanten Antimilitarist_innen sehen sich »weiterhin mit einer
Bundeswehr konfrontiert, die auch aus Hannover in Kriege zieht, um
Rohstoffe zu sichern und Handelsrouten zu beherrschen, einer Bundeswehr,
die emsig trainiert, Revolten und Aufstände zu unterdrücken und
niederzuschlagen«.Weiter heißt es: »In Anbetracht dieser Zustände und
einer zudem immer enger werdenden Zusammenarbeit ziviler und
militärischer Strukturen werden wir nicht dasitzen und zusehen. Krieg
beginnt auch in Hannover! Erst wenn Hannover sich bedingungslos zur
militärfreien Stadt erklärt, geben wir Ruhe - um dann an anderer Stelle
widerständig gegen Krieg und Militarisierung vorzugehen.«
Während die lokalen Medien nur kurze Ausschnitte zitieren und sich sonst
eher der Diskreditierung der Aktion widmen, hat die junge Welt das
Schreiben der Aktivist_innen vollständig veröffentlicht. Wir stellen
hier einen
Eurobonds" - Der falsche Sozialismus der französischen Sozialdemokratie
François Hollande hat in seinem Wahlkampf die Ausgabe von Eurobonds
versprochen. Eurobonds sollen den verschuldeten und vom Finanzkapital
gehetzten Ländern des Olivengürtels - und vielleicht bald auch
Frankreich? - zu niedrigen Zinsen bei der Refinanzierung ihrer Schulden
verhelfen. Ist das nicht ein vernünftiges Anliegen?
Wer möchte schon den
Bank-Haien 11,7 % (derzeit, Mai-Ultimo 2012, Portugal für zehnjährige
Staatsanleihen) in den Rachen werfen, wenn 2,5 % (derzeit Frankreich)
oder gar 1,6 % (derzeit BRD) auch möglich sind?
Eurobonds sind der finanzpolitische Ausdruck einer akzentuierten
Politik des „Weiter wie bisher . Sie setzen die Währungsunion, die
Ursache der derzeitigen Misere voraus und verewigen sie. Sie machen die
„Schuldenbremse unumkehrbar, d. h. die Knebelung jeder aktiven
Wirtschaftspolitik. Sie treiben also den Teufel mit Beelzebub aus. Wenig
verwunderlich, dass die Kommission und insbesondere Baroso ein
Fan der Eurobonds ist. Im „Grünbuch über die Durchführbarkeit der
Einführung von Stabilitätsanleihen vom 23. November 2011 [KOM(2011)818]
wird dies auch deutlich genug gesagt: Die „Stabilitätsbonds , der
Propaganda-Ausdruck für Eurobonds, sind ein ideales Mittel, um die Ziele
der Kommission durchzubringen. Warum auch nicht? Solche Berichte lesen
ohnehin fast nur solche, die mit der Brüsseler Mafia einverstanden sind.
So kann man ohne Scheu nach verstärkter Zentralisierung und
„unerlässlichen Vertragsänderungen rufen. Dieses Grünbuch sollte
insbesondere in seinem 3. Teil eine Pflichtlektüre für Interessierte
sein: Es ist nicht weniger als ein Programm für die Abschaffung
nationaler parlamentarischer Demokratie.
Als sich in den 1990ern die Währungsunion abzeichnete, begannen die
Zinsen für Länder wie Italien und auch Griechenland stark zu sinken.
1989 /1998 betrugen die durchschnittlichen nominalen Zinssätze im
Schnitt z. B. für Griechenland 19 %, für Italien immerhin 10,1 %. Im
Zeitraum 1999/2008, als man sich, auch auf dem Finanzmarkt, der Illusion
hingab, dieses Konstrukt würde funktionieren, sanken sie in
Griechenland um 3 Viertel, und in Italien um 2 Drittel. Mit diesen
niedrigen
Syrien Der gefährliche Mythos einer friedlichen Revolution
Das Bild willkürlicher Regierungsgewalt
gegen eine friedliche Opposition ist fern der Realität. Die Eskalation
der Gewalt in Syrien wurde von Beginn an durch Angriffe bewaffneter
Regierungsgegner geschürt
Zahlreiche Berichte und die Zahl getöteter Polizisten und Soldaten
belegen, dass die Eskalation der Gewalt von Beginn an auch durch
Angriffe bewaffneter Regierungsgegner geschürt wurde. Parallel zu
gewaltfreien Protesten gab es in den Brennpunkten von Anfang an
bürgerkriegsartige Auseinandersetzungen, die hierzulande praktisch
ausgeblendet wurden. Obwohl vom ersten Monat an ein Drittel der
Getöteten Polizisten und Soldaten waren, erfuhr man fast ein Jahr lang
nichts über die bewaffneten Angriffe auf öffentliche Einrichtungen am
Rande von Demos, über Hinterhalte und Gefechte. Stattdessen erweckte man
den Eindruck, die Armee ginge mit schweren Waffen gegen friedliche
Demonstranten vor.
(ungekürzte und unredigierte Version des Artikels in junge Welt, 1.0.2012 / Thema / Seite 10 (http://www.jungewelt.de/2012/06-01/001.php)
Erschien auch in voller Länge aber korrigiert und mit Bildern in Neue Rheinische Zeitung vom 06.06.2012)
»» Druckversion (PDF)
Am 26. Mai wurden in Al Hula, nahe Homs, bei den bisher schwersten
Gewalttaten seit Beginn der von UN-Vermittler Kofi Annan vermittelten
Waffenruhe über 100 Menschen getötet und 300 verwundet. Über ein Drittel
der Opfer sind Kinder. Obwohl die UN-Beobachter, die den Ort später
untersuchten, keine Aussagen über die Täter machen konnten, erklärten
westliche Politiker und Medien sofort die syrische Regierung für
verantwortlich. Regierungstruppen hätten Wohngebiete, in denen
Anti-Assad-Demonstrationen stattfanden mit Panzern, Mörsern und schweren
Maschinengewehren beschossen.
Debatte über deutschen Marineeinsatz gegen Syrien
Am 1. Juni veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung
(SZ) einen Gastbeitrag unter dem Titel „Für eine realistische deutsche
Sicherheitspolitik“. Der Artikel plädiert für die Beteiligung der
deutschen Marine an einer Militärintervention in Syrien.
Der
Autor, Thomas Speckmann, Dozent für Politische Wissenschaft und
Soziologie an der Universität Bonn, der auch regelmäßig in der Zeit und im Tagesspiegel
Artikel platziert, plädiert seit längerem dafür, dass vor allem die
Marine eine zentrale Rolle bei künftigen Militärinterventionen spielen
solle. Erst vor kurzem veröffentlichte er einen Artikel in der
Zeitschrift Internationale Politik (IP) unter der Überschrift
„Alle Mann an Bord: Warum die Zukunft der Bundeswehr auf dem Wasser
liegt“. Er fordert, Deutschland müsse „als Exportnation mit der weltweit
größten Containerschiffsflotte und der drittgrößten Handelsflotte“
endlich „maritim“ denken.
In der SZ-Außenansicht schreibt
Speckmann, die Lage in Syrien werde „immer ernster“, und bei einer
„weiteren Verschärfung der Lage“ könnte eine militärische Intervention
zur „humanitären Notwendigkeit“ werden. Er fordert die Bundesregierung
auf, „ihre Haltung zu Militärinterventionen neu [zu] bestimmen“, und
sinniert dann darüber, wie die Bundeswehr sich am besten und
effektivsten an einem Militäreinsatz in Syrien beteiligen könne.
Speckmann
warnt, dass „Luftwaffe und Heer nach den sich immer wieder verzögernden
Modernisierungsvorhaben nur unzureichend gerüstet sein dürften“, und
empfiehlt deshalb „eine Beteiligung mit modernen Marinekräften, über die
Deutschland bereits heute verfügt“.
Weiterhin behauptet er, „die
Entsendung von Kriegsschiffen“ sei im Gegensatz zu „Kampfeinsätzen von
Luftwaffe und Heer“ innenpolitisch leichter durchzusetzen. Eine
„herausgehobene Stellung“ der Marine müsse „für die Exportmacht
Deutschland im Zeitalter der Globalisierung, in dem mehr als achtzig
Prozent des Welthandels auf dem Seeweg erfolgen, eigentlich eine
Selbstverständlichkeit sein“.
Troika-Diktat oder Arbeiterregierung?
Die Wahl in Griechenland wird zu einem Referendum über
die Fortsetzung des EU-Kurses mit seinen Spardiktaten - oder für eine
linke Regierung gegen das Spardiktat, wie es SYRIZA verspricht. Die
Radikalisierung der Arbeiterklasse und die gesellschaftliche
Polarisierung, die den massiven Zuwachs von SYRIZA auf 16,7% im Mai
erklären, werden sich weiter zuspitzen.
Der massive Zulauf für SYRIZA bei den Wahlen, wo sie ihren
Stimmanteil fast vervierfachen konnte, drückt eine Radikalisierung und
Polarisierung aus. Alle Umfragen sehen eine Zunahme von SYRIZA
einerseits voraus, andererseits auch eine Zunahme der
rechts-konservativen Nea Demokratia.
Der Zulauf für SYRIZA, die selbst eine Allianz von reformistischen
Parteien wie Synaspismos, die Teil der europäischen Linkspartei ist, und
kleineren, radikaleren Parteien und Gruppierungen (z.B. die maoistische
KOE) ist, ist daher leicht zu erklären. SYRIZA und Tsipras haben den
Massen eine Machtalternative versprochen, die ihnen in dieser Situation
unbedingt notwendig und auch realistisch erscheint. Die anderen linken
Kräfte sind zu wankelmütig-opportunistisch wie DIMAR, eine
Rechtsabspaltung von SYRIZA von 2010. Die KKE wiederum lehnt eine „linke
Regierung ab - und vertröstet die Massen damit, dass eine „echte
Volksregierung nur unter ihrer Führung zu Stande kommen könne. Da diese
in weiter Ferne ist, ziehen die Massen die Wahl einer Partei vor, die
heute eine „andere Politik verspricht. Antarsya, eine Koalition
kleinerer Gruppierungen mit revolutionärem Anspruch, ist zu klein und
isoliert, um eine unmittelbare Alternative für die Massen bieten zu
können.
Der Aufstieg von SYRIZA ist jedoch keineswegs das Resultat des
besonderen politischen Geschicks von Tsipras - und erst recht nicht
seiner „hemmungslosen Demagogie, welche die FAZ als „gemeingefährlich
ansieht.
Alles neu
Der Kapitalismus erfindet sich täglich neu. Die Neuerfindung der Gewerkschaft wäre die passende Antwort
Die Gewerkschaften sind in der Krise. Und das schon länger, nicht
erst seit der sog. Finanzkrise. Mit Wirtschaftskrise hat das dennoch zu
tun, denn Deregulierung, Flexibilisierung und Prekarisierung sind
politisch gewollte Prozesse, die das Kapital aus der Krise der 1970er
Jahre holen sollten. Diese Prozesse hat die Klientel der Gewerkschaften,
die Arbeiterklasse, in vielerlei Hinsicht neu zusammengesetzt:
Ausbildung, Alltag, Lebensumstände und -weisen neuer Schichten in der
Arbeiterklasse sind oft anders als früher. Arbeitslosigkeit und
gewerkschaftsfreie Zonen, geschaffen durch Outsourcing, Leiharbeit,
Werkverträge, Schein- und Soloselbstständigkeit, lassen die
Mitgliederzahlen der Gewerkschaften kontinuierlich sinken - und dies im
globalen Maßstab. Die „atypischen Beschäftigungsverhältnisse betreffen
besonders häufig MigrantInnen, Frauen und junge Menschen.
Die etablierten Gewerkschaften tragen z.T. Mitschuld an dieser
Misere, denn sie haben die politischen Prozesse, die den
wirtschaftlichen Wandel begleiten, mit durchgestimmt und durchgesetzt
oder, wo nicht, zumindest den aktiven Widerstand dagegen verhindert.
Dennoch: Die globale Wanderung der Industrie und die damit einhergehende
„Dienstleistisierung finden auch ohne Zutun der Gewerkschaften statt.
Und jede Gewerkschaft, die es ernst meint damit, für die Interessen der
Lohnabhängigen zu kämpfen, muss bereit sein, ihre Konzepte zu erneuern.
SYRIZA-Chef Tsipras legt rechte Politik für Griechenland-Krise dar
Am 31. Mai gab SYRIZA-Chef Alexis Tsipras dem US-Magazin Time ein ausführliches Interview, in dem er das Programm seiner Partei für die Wahl am 17. Juni skizzierte.
SYRIZA
liegt wegen seiner Kritik an den unpopulären Sparmaßnahmen, die
Griechenland seit 2009 von der Europäischen Union (EU) aufdiktiert
werden, in den Umfragen mit dreißig Prozent vorne. Durch die
Sparmaßnahmen ist die griechische Wirtschaft zusammengebrochen und der
Lebensstandard der griechischen Arbeiter ist drastisch gesunken. Löhne
wurden um 30 Prozent und mehr gekürzt, die Arbeitslosigkeit ist auf 22
Prozent gestiegen, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 50 Prozent.
Die
Wut in der Bevölkerung wächst und viele Menschen wenden sich SYRIZA zu.
Sie wollen damit zeigen, dass sie die EU und die Kürzungen ablehnen,
die von den beiden großen Wirtschaftsparteien, der sozialdemokratischen
PASOK und der konservativen Nea Dimokratia (ND) durchgesetzt wurden.
Dennoch
ist SYRIZA keine radikale Organisation, sondern eine Partei der
begüterten Mittelschicht. Ihre Politik wird bestimmt von
Gewerkschaftsbürokraten, Akademikern, Selbständigen und
Parlamentsfunktionären, die ihre Privilegien verteidigen wollen, indem
sie die soziale Ordnung bewahren. Tsipras will die Bedingungen für die
EU-Rettungspakete zwar neu verhandeln. Sein Ziel ist es jedoch nicht,
die Angriffe auf die arbeitende Bevölkerung zu beenden, sondern die
Banken weiterhin bezahlen zu können. Mit seinem Time-Interview will er der herrschenden Klasse Amerikas signalisieren, dass sie auf ihn setzen kann.
Auf
die Frage, ob er gewillt sei, „die nötigen Strukturreformen
durchzuführen“ antwortete Tsipras: „Wir müssen Strukturreformen
durchführen, damit der öffentliche Dienst zuverlässiger wird, ein
effektives und gerechtes Steuersystem schaffen und die
Schattenwirtschaft bekämpfen kann, die zum Geschwür der griechischen
Wirtschaft geworden ist.“
Der Krieg auf leisen Sohlen
„No way
out? fragen sich vierzehn Autoren
Auf
der Bühne des Welttheaters ist der Teufel los. Während sich hinter den Kulissen
die Finanzmächtigen und ihre politischen Handlanger eine regelrechte Schlacht
um Macht und Vorherrschaft liefern, gaukelt man dem Publikum heilbringende
Visionen zur Ruhigstellung vor: Mit Rettungsschirmen, Finanzhilfen, Schuldenabbau.
Nur die Verkünder dieser Volksverdummung glauben wohl an echte Lösungen.
Wer
blickt da noch durch? Schlimmer: Wen interessiert das? Gemeint ist also die
Finanz- und Wirtschaftskrise. Wen ficht es an, wenn er oder sie nicht selbst
betroffen ist?
Ein
neues Buch versucht sich in Antworten. „No way out? vom Verlag „konkret Texte
56 . Also auf Deutsch „Gibt es keinen Ausweg? Vierzehn Autoren bemühen sich,
die Krise besser zu verstehen, sie für den Leser näher zu durchleuchten, nach
Lösungen zu forschen. Und sie räumen ein, dass das makabre und gefährliche Weltschauspiel
nicht einfach zu durchschauen ist. Immerhin: „Die Brötchen sind nicht teurer
als ohne Krise, die Auslagen der Läden sind voll wie zuvor, und auch die
Arbeitslosigkeit... halte sich trotz hohem Niveau in Grenzen. Kurz: „Die Krise
hinterläßt im Alltag kaum Spuren. (S. 63)
Nichtdestotrotz
stellt Sahra Wagenknecht, eine der Autoren, fest, nach einer Allensbach-Umfrage
sei die Hälfte der Bevölkerung der Ansicht, dass sich der Kapitalismus überholt
habe. Nur 18 Prozent würden dieser Meinung widersprechen (S. 99). In ihrem Buch
„Freiheit statt Kapitalismus hat sie den heutigen Zustand sogar zugespitzt: „Europa ist zu einem Schlachtfeld geworden. Es ist ein Krieg, in dem keine
Soldaten marschieren, keine Bomben fallen, keine nächtlichen Explosionen die
Städte erschüttern. Es ist ein Krieg, der still zerstört und leise tötet, ein
Krieg, dessen Verheerungen erst allmählich sichtbar werden, der aber deshalb
nicht weniger brutal und gewaltsam ist.
Eurokrise verschärft sich
Die
Eurokrise hat sich in den vergangenen Tagen dramatisch verschärft und
eine hektische Abfolge internationaler Gipfeltreffen und
Telefonkonferenzen ausgelöst. Während offen ist, ob und auf welche
Maßnahmen sich die Regierungen einigen werden, zeichnet sich bereits
eine neue Welle von Angriffen auf die arbeitende Bevölkerung ab.
Bisher
hatte vor allem ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der
Eurozone die internationalen Finanzmärkte in Aufregung versetzt. Nun ist
die Schieflage der spanischen Banken ins Zentrum der Krise gerückt.
Experten
schätzen, dass spanische Banken insgesamt 100 Milliarden Euro brauchen,
um ihre Verluste aus dem Zusammenbruch des Immobilienmarkts zu decken.
Allein die Anfang Mai vom Staat übernommene Bankia braucht dringend 23
Milliarden Euro. Die spanische Regierung erhält deshalb keine
internationalen Anleihen mehr. Die Finanzmärkte seien für sein Land
praktisch dicht, musste Finanzminister Cristobal Montoro am Dienstag
zugeben.
Beantragt Spanien, wie bereits Irland, Portugal und
Griechenland, Geld aus dem Europäischen Rettungsfonds, wären dessen
Mittel schnell aufgebraucht. Als viertgrößte Volkswirtschaft der
Eurozone garantiert Spanien außerdem selbst für rund 12 Prozent des
Krisenfonds, der entsprechend schrumpfen würde. Die Inanspruchnahme des
Rettungsfonds würde Spanien zudem langfristig von privaten Krediten
abschneiden, da Anleger diese als Signal für tiefere Probleme
interpretieren würden.
Auch ein Übergreifen der Krise auf Italien, die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, wäre wahrscheinlich.
Keine Revolution ohne Emanzipation - Polemik gegen die Generallinie der SoL
In
den letzten Jahren hat sich eine Strömung in der revolutionären Linken
etabliert, deren äußeres Erscheinungsbild sich bewusst an den autonomen
Dresscode anlehnt, dennoch aber eine Ideologie vertritt, die
ausgestorben bzw. auf einen Zirkel vergreister DogmatikerInnen
zusammengeschnurrt zu sein schien, die eines orthodoxen Leninismus. Eine
der lautesten Gruppen ist dabei die in Hamburg und Duisburg beheimatete
Sozialistische Linke, kurz SoL. Bundesweit gibt es noch weitere ähnlich
eingestellte Gruppen.
Die SoL konnte in
Zusammenarbeit mit ihren Bündnispartnern in Hamburg - Rote Szene
Hamburg, Bündnis gegen imperialistische Aggression und Anatolische
Föderation - zum 1. Mai eine Demonstration organisieren, an der in
diesem Jahr etwa 1500 Menschen teilnahmen. Die Frage, warum die
Einzelnen da mitliefen, ist nicht Gegenstand der folgenden Überlegungen.
Eines scheint aber sicher: Die aus der Zeit gefallenen Auffassungen
dieser Gruppierungen können nur deswegen Anhang gewinnen und größere
Mobilisierungen einmal im Jahr schaffen, weil die Radikale Linke - ganz
besonders in Hamburg - derzeit inhaltlich und praktisch sehr schwach
aufgestellt ist. Mensch beschäftigt sich überwiegend mit sich selbst,
statt mit Gesellschaftsveränderung.
Die
bisherige meist antideutsch inspirierte Kritik aus der autonomen Linken
am orthodoxen Neo-Leninismus, die sich auf dessen Bereitschaft, in
innerlinken Streitigkeiten Gewalt anzuwenden, und auf die von der SoL
als zutiefst ungerecht empfundenen Vorwürfe des Antisemitismus und des
völkischen Denkens konzentriert, geht am Kern der Sache vorbei: Sie gibt
sich zwar konsequent, hat inhaltlich außer Diffamierungen aber wenig zu
bieten und ist damit diesem Phänomen gegenüber letztlich hilflos und
fördert zudem noch dessen Wagenburgmentalität.
Piratenpartei: Auf falschem Kurs
Der rasante Aufstieg der Piratenpartei in mehrere
Landtage, in Fernsehstudios und Schlagzeilen versetzt sowohl die
bürgerlichen Parteien, als auch SPD und Linkspartei in ratloses Staunen
und Hilflosigkeit.
Tatsächlich haben die „Piraten den Anspruch, für
alle politischen Richtungen „offen zu sein und bedrohen nicht nur
subjektiv die Stellung und Wählerbasis sämtlicher „ernsthafter
Parteien. Durch ihr provozierendes und „ungekünsteltes Auftreten ist
die Piratenpartei nicht nur ein Sammelbecken für besondere soziale
Gruppen wie IT-Kleinunternehmer, sondern auch für Teile der
„enttäuschten Jugend und selbst ArbeiterInnen, die im Reformismus der
klassischen „linken Parteien keine Perspektive mehr sehen.
Doch die Ablehnung einer grundlegenden politischen Positionierung wie
„links - rechts ist ein Selbstbetrug, wie die aktuelle Kontroverse um
Nazi-Mitglieder zeigt. Aktuell wird der Blitzaufstieg der Piraten
überschattet von sog. „Shitstorms (beleidigenden Twitter-Debatten)
zwischen „Piraten -Mitgliedern.
Der Anspruch der „Offenheit ist keinesfalls ein besonders kluger
politischer Zug, sondern vielmehr eine Antwort auf politische Krisen der
originär bürgerlichen Parteien wie FDP und CDU in Verbindung mit
massenhafter Neuorientierung von Mittelschichten (junge
KleinunternehmerInnen, Intellektuelle), aber auch Unterschichten,
SchülerInnen, StudentInnen etc.
Aktuell steht die „Piraten -Führung vor der ungelösten Aufgabe, das
„Liquid-Feedback -Wünsch-dir-was- Programm (das Online-System, über das
die Partei politische Entscheidungen und Abstimmungen veranstaltet -
eine Art Wikipedia-Konzept für das politische Programm einer Partei)
durch „feste politische Aussagen zu ersetzen.
Spanische Bankenkrise erschüttert weltweite Finanzmärkte
Die
Angst vor einem Zusammenbruch der Eurozone trieb Investoren am Mittwoch
in sichere Anlagen. Als Folge davon sanken die Erträge für
amerikanische Staatsanleihen auf den tiefsten Stand seit 1946.
Die
Investoren flohen aus spanischen und italienischen Staatsanleihen,
nachdem die Europäische Zentralbank erklärt hatte, sie werde Spanien
kein Kapital zur Verfügung stellen, um Bankia zu rekapitalisieren.
Bankia, die viertgrößte Bank des Landes, hatte letzte Woche bei der
spanischen Regierung ein Rettungspaket in Höhe von neunzehn Milliarden
Euro beantragt.
Als Reaktion auf die Stellungnahme der EZB
kündigte die spanische Regierung an, weitere neunzehn Milliarden Euro
zur Rettung der Bank aufzutreiben.
Die Zinsen auf spanische
Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit stiegen um 0,23 Prozentpunkte
auf 6,64 Prozent. Dieser Wert ist gefährlich nahe an dem Niveau von
sieben Prozent, das Griechenland und Portugal dazu zwang, Rettungspakete
von der Europäischen Union zu beantragen.
Die Kreditkosten der
italienischen Regierung stiegen zum ersten Mal in diesem Jahr auf über
sechs Prozent, da Italien sein Ziel nicht erreichte, Anleihen im Wert
von 6,25 Milliarden Euro zu verkaufen. Italiens Kreditkosten liegen
jetzt um 4,65 Prozentpunkte über denen Deutschlands.
Die Zinsen
auf deutsche Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit fielen erstmalig
kurzzeitig auf unter null Prozent. Investoren bezahlten die
Bundesregierung tatsächlich dafür, sich Geld leihen zu dürfen. Die
Zinsen für Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit sanken im Verlauf
des Tages um 0,04 Prozent, auf 0,007 Prozent. Anleihen mit zehnjähriger
Laufzeit erreichten ebenfalls ein Rekordtief von 1,261 Prozent.
Freiheit für Basak Sahin Duman!
Ehemalige Studentenführerin in Kroatien inhaftiert!
Frau Basak Sahin Duman, wohnhaft in Deutschland, wird mit Abschiebung in die Türkei bedroht. Dort erwartet sie eine langjährige Gefängnisstrafe aufgrund ihrer politischen Arbeit als Studentin. Am Morgen des 29. Mai 2012 flog Basak Sahin Duman von Deutschland nach
Zagreb, Kroatien. Als sie am Flughafen in Zagreb ankam, wurde sie
festgenommen. Zu ihrer großen Überraschung behauptete die kroatische
Polizei, ein internationaler Haftbefehl läge gegen sie vor. Jetzt
befindet sie sich in Abschiebehaft und ihr droht die Auslieferung an die
Türkei, eines der repressivsten Regime mit Tausenden politischen
Gefangenen, wo nach Aussagen von internationalen
Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, Human Right
Watch und selbst dem Rat der Europäischen Union zufolge Gefangene
regelmäßig Folter ausgeliefert sind.
In der Türkei werden selbst Aktivisten demokratischer Bewegungen sehr
häufig und ohne große Umstände inhaftiert. Es gibt unzählige Beispiele
von Gewerkschaftern, Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, Studenten,
kurdischen Aktivisten und selbst Kindern, die aufgrund „schwerer
Verbrechen wie Teilnahme an einer Demonstration, einen dem Regime
gegenüber kritischen Artikel schreiben, demokratische Rechte wie
Meinungsfreiheit fordern etc. im Gefängnis sitzen. Das gleiche ist auch
Basak Sahin Duman passiert. Basak Sahin Duman, geboren 1979 in Ankara,
studierte an der medizinischen Fakultät der Universität Istanbul. Zu
Beginn des Semesters 2002/2003 wurde sie verhaftet. Während der
Eröffnungsrede zum Semesterbeginn von dem Universitätspräsidenten Kemal
Alemdaroglu hatte sie eine „demokratische Universität gefordert.
Allgemeinen Beobachtungen und Kommentaren zufolge reagierte die Polizei
mit unangebracht brutaler Gewalt während der Festnahme.
"Wer Folter befürwortet, foltert mit!" Deswegen: Folterbefürworter müssen öffentlich benannt und kenntlich gemacht werden.
gehe zu: Denn sie wissen, was sie tun
